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Kampfflugzeug der 6. Generation US-General fürchtet, dass Peking die USA bei Kampfflugzeugen abhängt

Vorbeiflug der Chengdu J-20 während der Eröffnung der Airshow China in Zhuhai
Vorbeiflug der Chengdu J-20 während der Eröffnung der Airshow China in Zhuhai
© Commons
Die US-Airforce beherrscht seit dem Zweiten Weltkrieg den Luftraum. Ein US-General fürchtet, dass diese Ära zu Ende geht, denn China könnte schneller als die USA über Kampfflugzeuge der 6. Generation verfügen.

Die F-35 ist ein Kampfflugzeug der 5. Generation. Seit einigen Jahren wird sie ausgeliefert und hat immer noch mit Kinderkrankheiten zu kämpfen und doch ist das Rennen um die nächste Generation von Kampfflugzeugen bereits entbrannt. Russland hat erst vor Kurzem angekündigt, die MIG 41 zu entwickeln. Die USA entwickeln derzeit zwei neue Kampfflugzeuge im Next Generation Air Dominance (NGAD) Programm. Im Herbst soll ein erster Prototyp bereits gestartet sein.

Doch nun hat ein hochrangiger Airforce-Offizier die Befürchtung ausgesprochen, dass China die USA überholen könnte. Der Befehlshaber des US-Luftkampfkommandos, General Mark D. Kelly, warnte davor, dass Chinas Volksbefreiungsarmee Kampfflugzeuge der sechsten Generation vor dem US-Militär einsetzen könnte. Derzeit haben neben den USA Russland und China Jets der 5. Generation entwickelt.

Die nächste Generation wird auch ohne Piloten fliegen können. Dazu werden weit bessere Stealth-Eigenschaften und eine extreme Manövrierbarkeit erwartet. Die Triebwerke des russischen Projekts MIG-41 sollen ohne Umgebungsluft arbeiten – im Prinzip könnte der Jet dann bis in den nahen Weltraum aufsteigen.

Hauptgegner China

"Ich für meinen Teil bin zuversichtlich, dass die [NGAD]-Technologie zum Einsatz kommen wird", und dass Gegner, "einen sehr harten Tag, eine harte Woche und einen harten Krieg erleben werden", so General Kelly. "Was ich nicht weiß ist, ob unsere Nation den Mut und den Fokus haben wird, diese Fähigkeit einzusetzen, bevor jemand wie die Chinesen sie einsetzt und sie gegen uns verwendet."

Er betonte, dass das US-Militär an Technologien der nächsten Generation arbeite, "aber wir müssen einfach sicherstellen, dass wir unseren Vorsprung aufrechterhalten und den größten Vorteil einsetzen, den wir als Nation haben, nämlich Spitzentechnologie zu haben, die uns Luftüberlegenheit sichert." General Kelly erinnerte daran, wie wichtig die Luftherrschaft ist, denn das gesamte US-Militär sei "darauf ausgelegt", mit eigener Lufthoheit zu operieren und "weniger darauf, ohne sie zu operieren."

Hier zeigt sich der Schwenk zu China als neuem Hauptrivalen der USA. Alle früheren Generationen von US-Düsenjägern wurden in Hinblick auf die Sowjetunion entwickelt. China ist wegen seiner enormen Wirtschaftskraft ein weit gefährlicherer Gegner. 2017 wurde Chinas erster Stealth-Fighter, die J-20, in Dienst gestellt. Es wird angenommen, dass die Anzahl der bisher produzierten J-20 zwischen 60 und 70 liegt. Erst vor Kurzem wurden die Produktionskapazitäten erhöht.

Pekings Zeitplan

Wang Haifeng, der Chefdesigner der Chengdu Aircraft Industry Group, die den J-20 herstellt, bestätigte, dass China mit der Arbeit an seinem Kampfflugzeug der nächsten Generation begonnen hat. "Wir haben einige technologische Merkmale in Übereinstimmung mit verschiedenen Kriegsszenarien ausgewählt und ergänzt", so Wang. Mit einem Einsatz des deutsch-französischen Stealthfighters "Future Combat Air System" dürfte man frühestens 2040 rechnen können.

Die Geschwindigkeit, mit der China in allen Schlüsseltechnologien zum Westen aufgeschlossen hat, ist beeindruckend. Doch bislang wurde nur aufgeholt und nicht überholt. Auch die J-20 ist ein Flugzeug mit Eigenschaften, die schon die amerikanische F-22 Raptor besaß. General Kelly sprach die Befürchtung aus, was geschehe, wenn Peking das bisherige Tempo bei kompletten Neuentwicklungen beibehalten könne. Eine andere schwer abschließend zu beantwortende Frage ist zudem, zu welche Kosten China Rüstungsgüter herstellen kann. Die F-35 wurde ausdrücklich als Low-Cost-Stealth-Flugzeug konzipiert, dennoch explodierten die Kosten des Jets. Inzwischen sind die Betriebskosten so hoch, dass erwogen wird, die Beschaffungsprogramme zusammenzustreichen.

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