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Erstes Interview nach Entlassung: Scaramucci teilt gegen Trump und dessen Chefstrategen aus

Nach nur zehn Tagen wurde er als Kommunikationsdirektor im Weißen Haus entlassen. Nun hat Anthony Scaramucci erstmals darüber gesprochen. Und klare Worte gegen den US-Präsidenten und seinen Chefstrategen gefunden.

Anthony Scaramucci teilt gegen Trump und seinen Chefstrategen Bannon aus

Im Interview bezeichnete Kurzzeit-Kommunikationschef Anthony Scaramucci den "Bannon-bart Unsinn" als "Problem" für Trump.

Seinem ersten Interview ging ein medienwirksames Hin und Her voraus. Erst wurde Anthony Scaramucci nach nur zehn Tagen als Kommunikationsdirektor gefeuert, dann wollte der 53-Jährige in einem "Online-Event" seine Sicht auf die Dinge schildern - was er allerdings kurzfristig wieder absagte. Seine turbulenten Tage im Weißen Haus wollte er wohl doch lieber für sich behalten.

Bis jetzt. Am Sonntag gab der Kurzzeit-Kommunikationschef von Donald Trump dem US-Sender "ABC News" ein Interview. In der Sendung "This Week" stellte sich Scaramucci den Fragen von Moderator George Stephanopoulos. Eine interessante Gesprächskonstellation: Der Journalist war einst selbst Kommunikationsdirektor unter Präsident Bill Clinton. 

Anthony Scaramucci: "Bannon-bart Unsinn"

Natürlich kam das denkwürdige Intermezzo mit einem "New Yorker"-Reporter zur Sprache, das Scaramucci letztlich das Amt gekostet hatte. "Ich habe offenbar die Konsequenzen dafür getragen", reflektierte Scaramucci nur teilweise selbstkritisch. Der Artikel habe ihn schlecht aussehen lassen. Er habe gedacht, seine Aussagen zu dem geschassten Stabschef Reince Priebus und Donald Trumps Chefstrategen Stephen Bannon seien vertraulich gewesen. "Ich habe einen unerzwungenen Fehler begangen", so Scaramucci. In einem Telefonat mit dem "New Yorker"-Reporter Ryan Lizza soll Scaramucci gesagt haben: "Ich bin nicht Stephen Bannon. Ich versuche nicht, meinen eigenen Schwanz zu lutschen."

Auch in dem "ABC News"-Interview teilte Scaramucci gegen Trumps Chefstrategen aus. Er kritisierte den großen Einfluss des ehemaligen Breitbart-Chefs auf Donald Trump und bezeichnete den "Bannon-bart Unsinn" als ein "Problem" für den US-Präsidenten. Auf die Nachfrage, ob Bannon gehen müsse, hielt sich Scaramucci bedeckt: "Ich glaube, der Präsident weiß, was er mit Bannon tun wird." Was genau, wolle er dem Präsidenten überlassen - doch habe Donald Trump "eine sehr gute Vorstellung davon, wer im Weißen Haus Informationen durchsticht, die seine Agenda untergraben". 

Allerdings fand Scaramucci auch klare Worte für seinen ehemaligen Chef. "Ich hätte ihm dieses Statement nicht empfohlen", sagte er zu den vagen Äußerungen von Donald Trump zur Gewalt in Charlottesville. "Er hätte viel härter sein sollen im Umgang mit den weißen Rassisten." Der Angriff sei Terrorismus gewesen, so Scaramucci. 

fs/Mit Material der DPA