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Bericht über BND-Papier "Entnazifizierung" der Ukraine? Zahlreiche Neonazis sollen auf russischer Seite kämpfen

Ein russischer Soldat in der Ukraine
Ein russischer Soldat in der Ukraine
© Uncredited / DPA
Das erklärte Ziel Russlands in der Ukraine ist die angebliche "Entnazifizierung" des Landes. Ein internes Dokument des Bundesnachrichtendienstes soll zeigen: Ausgerechnet auf Seiten Russland kämpfen Rechtsextreme.

Auf Seiten der russischen Streitkräfte in der Ukraine kämpfen offenbar zahlreiche Rechtsextreme. Das soll aus einem internen Bericht des Bundesnachrichtendienstes (BND) hervorgehen, über den der "Spiegel" berichtet. Das siebenseitige Dokument sei vorvergangener Woche an mehrere Bundesministerien verschickt worden.

Demnach würden mit der "Russian Imperial League" und der Gruppe "Rusich" mindestens zwei Gruppierungen mit rechtsextremer Gesinnung gegen die Ukrainer kämpfen. Außerdem würde Moskau "mindestens eine rechtsextreme Einzelperson für seine Zwecke" einsetzen, zitiert der "Spiegel" aus dem Papier. Wie viele Personen aus diesen beiden Gruppierungen in der Ukraine an der Seite der russischen Soldaten kämpfen würden, ist demnach nicht bekannt. Es werde in dem Papier des deutschen Auslandsgeheimdienstes allerdings nachgezeichnet, ab wann Mitglieder der beiden Organisationen in die Kampfhandlungen eingriffen. 

BND: Neonazis bei den Russen wird Kriegsgrund "ad absurdum"

Das ist insofern beachtlich, da der russische Präsident Wladimir Putin seinen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf das Nachbarland vor allem mit der angeblichen "Entnazifizierung" des Landes begründet. Im russischen Staatsfernsehen wird dieses Narrativ ständig wiederholt: Die Ukraine werde von antirussischen "Nazis" kontrolliert und sei daher eine direkte Bedrohung für die nationale Sicherheit. Diese Begründung werde mit dem Einsatz rechtsextremer Kräfte "ad absurdum" geführt, heißt es laut dem "Spiegel" in dem Papier.

Als Belege für die Gesinnung der Gruppierungen sind dem Bericht zufolge der Analyse zum Beispiel Bilder der beiden Gründer der Gruppe "Rusich" beigefügt. Eines zeige den einen davon mit einer Hakenkreuzfahne, auf dem zweiten sei der andere zu sehen, wie er vor einem Lagerfeuer den Hitlergruß zeige.

Quelle: "Spiegel"

fin

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