65 Jahre D-Day Obama würdigt "Tag der Befreiung"


Als die Alliierten am 6. Juni 1944 in der Normandie ihre Offensive starteten, leiteten sie damit das Ende der Nazi-Diktatur ein. 65 Jahre später würdigte US-Präsident Barack Obama, die Leistung der Kriegsveteranen. Sie hätten bewiesen, dass die Zukunft nicht allein von Umständen abhänge, sondern von bewussten Entscheidungen und entschlossenem Handeln.

Zum 65. Jahrestag der alliierten Landung in der Normandie hat US-Präsident Barack Obama an die Opfer erinnert und den Tag der Befreiung gewürdigt. Der sogenannte D-Day stehe für den Triumph der Freiheit sowie für den Weg zu Sicherheit und Wohlstand dank der transatlantischen Allianz, sagte Obama am Samstag. Auf dem amerikanischen Soldatenfriedhof Colleville-sur-Mer legten er und seine Frau Michelle einen Kranz nieder. Dort sind rund 9300 US-Soldaten beerdigt. Zu den Feiern erwartet wurden auch der britische Premierminister Gordon Brown und der britische Thronfolger Prinz Charles sowie der kanadische Regierungschef Stephen Harper.

Obama betonte bei seiner Rede auf dem Soldatenfriedhof die Bedeutung des Kampfes gegen das "bösartige" Nazi-Regime. Er sagte, die Veteranen erinnerten daran, dass die Zukunft nicht vom puren Zufall oder den Umständen gestaltet werde. "Unsere Geschichte war immer das Ergebnis von Entscheidungen und Handlungen, die von jedem einzelnen Mann und jeder einzelnen Frau getroffen wurden." Neben Soldaten aus den USA waren auch Truppen aus Großbritannien und Kanada an der Landung beteiligt. Sie gilt als eine der größten Militäroperationen der Weltgeschichte und leitete die Niederlage Deutschlands im Zweiten Weltkrieg ein.

Vor dem Gedenken nahe dem Landungsplatz Omaha Beach traf Obama mit dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy zusammen. Auf der Tagesordnung stand eine breite Palette weltpolitischer Themen - von der Wirtschaftskrise über Afghanistan und Iran bis hin zum Nahost-Konflikt. Nach der Unterredung mit Obama sagte Sarkozy, er unterstütze dessen Forderung nach einem israelischen Siedlungsstopp im Westjordanland. Im Streit um das iranische Atomprogramm appellierten die beiden Staatschef erneut an den Iran, keine Nuklearwaffen anzustreben. Obama bekräftigte den Weg der "harten Diplomatie" mit Teheran.

Obama war nach seinem kurzen Besuch in Deutschland am Freitagabend in Paris eingetroffen. Am Samstagvormittag wurden er und die First Lady in Caen von Sarkozy und dessen Frau Carla Bruni empfangen. Zahlreiche Schaulustige jubelten den beiden Paaren zu. Nach französischen Medienangaben will die Familie Obama - die Töchter begleiten das Präsidentenpaar - am Samstagabend die Pariser Kathedrale Notre-Dame besuchen. Schon am Freitag hatte Michelle mit ihren Kindern den Eiffelturm besichtigt. Sie will bis Montag in Paris bleiben, während mit Barack Obamas Rückflug in die USA bereits für Sonntag geplant ist.

Die Gedenkfeier in Colleville-sur-Mer war ursprünglich nur im kleinen Kreis von Frankreich und den USA geplant gewesen. Als der Besuch Obamas in der Normandie bekannt wurde, wollten jedoch plötzlich auch zahlreiche andere Staats- und Regierungschefs in die Normandie reisen - diplomatische Verstimmungen drohten. Frankreich entschied sich, auch Vertreter aus Großbritannien und Kanada einzuladen. Eine Gedenkfeier mit noch mehr Gästen wäre in der Kürze der Zeit nicht zu organisieren gewesen.

AP/DPA AP DPA

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