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65 Jahre nach Vertreibung: Zusammenstöße zwischen Israelis und Palästinensern

Sie nennen es Nakba - Katastrophe: Am Tag nach der Staatsgründung Israels wurden bis zu 800.000 Araber aus ihren Häusern vertrieben - seitdem kommt es jedes Jahr zu Protesten und Gewalt.

Bei Zusammenstößen zwischen israelischen Sicherheitskräften und Palästinensern am Nakba-Tag (Tag der Katastrophe) sind mindestens sieben Israelis und mehrere Demonstranten verletzt worden. Aus dem Gazastreifen schlug am Mittwoch zudem ein Geschoss in Südisrael ein. Es habe weder Opfer noch Schäden gegeben, sagte eine Sprecherin der Armee in Tel Aviv. Die Palästinenser gedenken jeweils am 15. Mai der Flucht und Vertreibung von bis zu 800.000 Arabern nach der israelischen Staatsgründung 1948.

Der schwerste Zwischenfall ereignete sich in der Nähe von Hebron, als ein israelischer Militärjeep von einem Brandsatz getroffen wurde, sich überschlug und ausbrannte. Vier Soldaten wurden nach Angaben der Armee verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Auch aus anderen Orten des Westjordanlandes und vom Tempelberg in Jerusalem wurden Unruhen gemeldet. In Jerusalem wurden drei Polizisten verletzt.

Kundgebungen im Westjordanland und im Gazastreifen mit mehreren Zehntausend Teilnehmern waren zuvor friedlich verlaufen. Dabei wurde ein Ende der israelischen Besatzung und das Rückkehrrecht für die Flüchtlinge sowie deren Nachkommen gefordert. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas forderte erneut einen eigenen Staat: "Wir werden keinen Plan akzeptieren, der uns unser Recht auf einen freien und souveränen Staat auf dem gesamten 1967 (von Israel) besetzten Gebiet (Westjordanland und Ost-Jerusalem) nimmt".

steh/DPA / DPA