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Abschied und Abrechnung: Fox-News-Kommentator verlässt Sender und schickt bitterbösen Brief hinterher

Er sei lange Zeit stolz gewesen, bei Fox News zu arbeiten - jetzt würde er sich "schämen": Kommentator Ralph Peters hat dem US-Sender den Rücken gekehrt. In einer Abschiedsmail rechnet er wortreich mit der "Propaganda-Maschine" ab.

"Bloße Propaganda-Maschine": Fox News-Kommentator bricht mit Sender in bitterbösem Brief

"Ich war lange Zeit stolz auf den Verein. Jetzt schäme ich mich", schreibt Ralph Peters über Fox News (Archivbild)

Getty Images

"Für mich schadet Fox News wissentlich unserem Regierungssystem aus Profitgier", schreibt Ralph Peters. Der 65-Jährige war über ein Jahrzent als Kommentator bei Fox News tätig. "Ich war lange Zeit stolz auf den Verein. Jetzt schäme ich mich." Peters hat seinen Job als Kommentator des US-Nachrichtensenders an den Nagel gehängt. In einer Abschiedsmail an seine Kollegen rechnet der Spezialist für Angelegenheiten des Militärs mit der "Propaganda-Maschine" ab. "Buzzfeed News" liegt der Brief in voller Länge vor

Es sind schwere Vorwürfe, die Peters in seinem Schreiben erhebt. Fox sei eine "bloße Propaganda-Maschine", obendrein für eine "destruktive und ethisch ruinöse" Regierung. "Vor vier Jahrzehnten habe ich meinen Eid als Offizier abgelegt", schreibt der Militär-Experte, "und dieser Eid ist nicht ausgelaufen, als ich meine Uniform abgelegt habe. Ich finde, dass Fox unsere verfassungsmäßige Ordnung und Rechtsstaatlichkeit angreift, während der Sender unter den Zuschauern eine ätzende und ungerechtfertigte Paranoia fördert." 

Fox News reagiert trotzig auf Kritik

Das Unternehmen, und der Sender Fox News im speziellen, schreibt seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump häufiger unliebsame Schlagzeilen. Zu tendenziös, zu unkritisch und zu nah an der konservativen Regierung sei die Berichterstattung des Nachrichtensenders, monieren Kritiker. Diesen Eindruck scheint auch Peters zu teilen, der mit dem inoffiziellen Lieblingssender von US-Präsident Donald Trump wortreich bricht. Er prangert "unehrliche Angriffe auf das FBI, das Justizministerium, die Gerichte, die Geheimdienste (...) und nicht zuletzt vorbildliche Staatsdiener und echte Kriegshelden wie Robert Mueller (den Sonderermittler zur Russland-Affäre, Anm. d. Red.)" an. Die Prime-Time-Hosts des Senders würden Angst schüren und dem Land damit Schaden zufügen.

Eine Reaktion von Fox ließ nicht lange auf sich warten. "Ralph Peters hat ein Recht auf seine Meinung, obwohl er sie als Waffe benutzt, um Aufmerksamkeit zu erregen", heißt es in einem Statement aus dem die "Washington Post" zitiert. "Wir sind sehr stolz auf unsere Top-Prime-Time-Hosts und auf unsere Meinungsprogramme", heißt es weiter.

Nach 22 Jahren als Oberstleutnant der US-Armee ging Peters 1998 in den Ruhestand. Er war nicht nur in militärischen Geheimdiensten tätig, sondern auch im Pentagon und dem Exekutivamt des US-Präsidenten. Darüber hinaus hat der 65-Jährige zahlreiche Bücher und Zeitungskolumnen für namhafte Blätter wie "Wall Street Journal" und "New York Post" verfasst. Peters Zeilen über seinen ehemaligen Arbeitgeber dürften besonders in Erinnerung bleiben.

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fs/feh