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Reaktionen zu "Roe vs. Wade" US-Präsident Biden: "Ein tragischer Fehler" – Donald Trump: "Gott hat entschieden"

Joe Biden kritisiert Abtreibungsspruch Supreme Court
US-Präsident Joe Biden hat die Supreme-Court-Entscheidung zum Abtreibungsrecht als "tragischen Fehler" verurteilt.
© Mandel Ngan / AFP
Das liberale Abtreibungsrecht in den USA ist Geschichte. Der oberste Gerichtshof hat das Grundsatzurteil "Roe vs. Wade" gekippt. Die Reaktionen sind so geteilt wie das Land. Mancher verspürt "Stolz", andere sehen einen "dunklen Tag".

Der Supreme Court der USA hat das Grundsatzurteil "Roe vs. Wade" zum Abtreibungsrecht aus dem Jahr 1973 gekippt. Die Reaktionen darauf sind so geteilt wie das Land:

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat die Entscheidung des Supreme Court, das landesweite Recht auf Abtreibung zu kippen, als Entscheidung Gottes gefeiert. "Gott hat das entschieden", sagte der 76-Jährige dem Sender Fox News. Der Schritt stehe im Einklang mit der Verfassung und hätte schon "vor langer Zeit" geschehen sollen.

Sein Sohn Donald Trump Junior feierte die Entscheidung als Sieg seines Vaters. "Stolz auf meinen Vater für das, was er heute erreicht hat", schrieb er bei Twitter. Sein Vater habe für "unsere Bewegung" drei Richter am Obersten Gerichtshof eingesetzt, die gegen liberale Abtreibungsregeln seien. 

Der Führer der republikanischen Minderheit im Senat, Mitch McConnell, feierte das Urteils als "mutig und korrekt". McConnell gilt als der Architekt der konservativen Mehrheit im Supreme-Court-Gremium. "Millionen Amerikaner haben ein halbes Jahrhundert damit zugebracht, zu beten, zu marschieren und auf die heutigen historischen Siege für die Rechtsstaatlichkeit und für ein unschuldiges Leben hinzuarbeiten. Ich bon stolz darauf, sie während unserer langen Reise begleitet zu haben, und ich teile heute ihre Freude."

Biden zu Roe vs. Wade: "Ein tragischer Fehler"

US-Präsident Joe Biden hat die historische Entscheidung des Obersten Gerichtshofs als "tragischen Fehler" bezeichnet. "Es ist meiner Ansicht nach die Verwirklichung einer extremen Ideologie und ein tragischer Fehler des Obersten Gerichtshofs", sagte Biden am Freitag in Washington. Es sei ein "trauriger Tag für das Gericht und das Land".

Der Demokraten-Führer Chuck Schumer zeigte sich schockiert. "Heute ist einer der dunkelsten Tage, die unser Land je gesehen hat", schrieb der Mehrheitsführer der Demokraten im Senat auf Twitter. Amerikanischen Frauen sei ihr Grundrecht auf Abtreibung von Trump-nahen Richtern "gestohlen" worden.

Kanadas liberaler Premier Justin Trudeau  sagte: "Keine Regierung, kein Politiker oder Mann sollte einer Frau sagen, was sie mit ihrem Körper machen kann und was nicht."  Er versicherte kanadischen Frauen, für ihr Recht auf Abtreibungen einzustehen. Die Nachrichten aus dem Nachbarland USA seien "erschreckend".

Der britische Premierminister Boris Johnson kommentierte die Entscheidung als "großen Rückschritt". Er sei immer schon der Ansicht, dass die Entscheidung bei den Frauen liegen müsse.

Deutsche Politikerinnen äußerten sich ebenso bestürzt: "Heute morgen durfte ich für die Abschaffung des Paragraphen 219a stimmen. Und jetzt stehen mir die Tränen in den Augen, wenn ich lese, dass in den USA 'Roe vs. Wade' gekippt wurde", twitterte Grünen-Co-Chefin Ricarda Lang.

Bundesdamilienministerin Lisa Paus (Grüne) zeigte sich "fassungslos":  "Ein Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen sorgt erwiesenermaßen nicht für weniger Abbrüche, es sorgt für eine Gefährdung der Schwangeren, denn ihnen wird ein sicherer und medizinisch begleiteter Abbruch verwehrt."


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