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Gekipptes Abtreibungsrecht "Mein Herz wurde heute gebrochen": Michelle Obama bestürzt über Urteil des Supreme Courts

Michelle Obama, ehemalige First Lady der USA, ist betsürzt über das Gerichtsurteil
Michelle Obama, ehemalige First Lady der USA, ist betsürzt über das Gerichtsurteil
© Teresa Crawford / AP / dpa
Nach der Entscheidung des Obersten Gerichts in den USA zeigt sich Michelle Obama bestürzt. Ihr Herz sei gebrochen, schreibt sie auf Twitter. Gleichzeitig ermuntert sie junge Menschen, gegen die Entscheidung vorzugehen.

Nach dem Urteil des Obersten Gerichts in den Vereinigten Staaten hat sich die Frau von Ex-Präsident Barack Obama zu Wort gemeldet. "Mein Herz wurde heute gebrochen", schreibt Michelle Obama auf Twitter. In einem einseitigen Schreiben drückt sie ihre Bestürzung über das gekippte Abtreibungsrecht aus und solidarisiert sich mit jenen, die von dem Urteil besonders betroffen sind. Obama betont in dem Schreiben insbesondere ihr Bedauern für "(...) jene, denen das fundamentale Recht genommen wurde, informierte Entscheidungen über ihren Körper zu treffen".

Ihr Herz sei gebrochen für Frauen, die ihr Leben früher durch illegale Abtreibung riskiert hätten. In dem Schreiben erinnert Obama an eine Zeit, in der die Regierung über die Geburten entschieden, Frauen die Schwangerschaft aufzwangen und sie schließlich verstießen, nachdem die Kinder geboren wurden. "Das ist das, was unsere Mütter und Großmüter durchlebt haben, und heute sind wir wieder dort angekommen."

Dieses "erschreckende Urteil" werde "vernichtende Konsequenzen" haben. Es müsse ein Weckruf sein für junge Menschen, die diese "Bürde zu tragen haben". Obama spricht hier vor allem junge Teenager-Mädchen an, die die Schule wegen ungewollten Schwangerschaften nicht beenden könnten.

"Den Mut finden für ein gerechteres Amerika"

Gleichzeitig machte sie den jungen Menschen Mut. "Dieser Moment ist schwierig, aber unsere Geschichte endet hier noch nicht. Es fühlt sich zwar nicht so an, als könnten wir jetzt viel tun, aber wir können es. und wir müssen", bekräftigt Obama. "Ich ermutige euch dazu, eure Frustration und euren Ärger in Handlungen umzusetzen und euch einzubringen." Organisationen wie "Planned Parenthood" und "The United State of Women" seien dazu da, zu helfen.

"Unsere Herzen wurden heute gebrochen, aber morgen müssen wir aufstehen und den Mut finden ein gerechteres Amerika zu schaffen, das wir alle verdienen. Wir haben so vieles, für das wir uns einsetzen müssen, für das wir sprechen müssen – und ich weiß, dass wir es zusammen schaffen können", bekräftigt Obama am Ende ihre Schreibens.

Ex-Präsident Obama ruft zum Widerstand auf

Auch Ex-Präsident Barack Obama meldete sich nach dem Gerichtsurteil zu Wort – und rief zum WIderstand auf. "Heute hat der Oberste Gerichtshof nicht nur fast 50 Jahre Präzedenzfälle rückgängig gemacht, er hat die persönlichste Entscheidung, die jemand treffen kann, den Launen von Politikern und Ideologen überlassen - und die grundlegenden Freiheiten von Millionen von Amerikanern angegriffen", schrieb Obama bei Twitter.

Obama teilte zudem ein Bild mit einem Text: "Schließt Euch den Aktivisten an, die seit Jahren Alarm schlagen beim Zugang zu Abtreibungen, und handelt. Steht mit ihnen bei einem örtlichen Protest", hieß es dort.

Zuvor hatte der Supreme Court mit einer wegweisenden Entscheidung das liberale Abtreibungsrecht des Landes gekippt. Der mehrheitlich konservativ besetzte Supreme Court machte damit den Weg für strengere Abtreibungsgesetze frei - bis hin zu kompletten Verboten in einzelnen US-Staaten. Unter dem vorigen Präsidenten Donald Trump rückte der Supreme Court deutlich nach rechts.

cl

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