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Friedenskonferenz in Kabul: Afghanistans Präsident will mit Taliban verhandeln

Vertreter aus 26 Ländern sind zu einer Friedenskonferenz nach Kabul gereist. Doch der afghanische Präsident wandte sich zunächst an die Taliban. Der radikalislamischen Miliz bot er weitreichende Zugeständnisse an.

Ghani in Kabul: Der afghanische Präsident hat den Taliban eine Waffenruhe angeboten

Afghanistans Präsident Ghani hat den Taliban eine Waffenruhe angeboten (Symbolbild)

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Der afghanische Präsident Aschraf Ghani versucht um des Friedens Willen auch mit den radikalislamischen Taliban zu verhandeln. In der Hauptstadt Kabul findet derzeit eine Friedenskonferenz statt. Deren Auftakt nutzte Ghani um den Taliban eine Waffenruhe sowie weitreichende Zugeständnisse anzubieten.

Sollte sich die Miliz auf den Friedensprozess einlassen, könnte sie auch als politische Gruppe anerkannt werden, sagte Afghanistans Präsident am Mittwoch. Außerdem könne auf Wunsch die Verfassung überarbeitet werden. Ghani bot den Taliban zudem afghanische Pässe an, ein Büro in Kabul, die Entlassung von Gefangenen und die Streichung von Sanktionen. Der Präsident bestand aber darauf, dass Wahlen abgehalten werden. Er forderte die Taliban außerdem auf, die afghanische Regierung anzuerkennen.

Neustart zwischen Afghanistan und Pakistan möglich

Bisher lehnen die Taliban direkte Verhandlungen mit der afghanischen Regierung ab, die sie ein "Marionetten-Regime" nennen. Wie sie erst am Montag in einer Stellungnahme wiederholten, wollen sie mit den USA verhandeln, dem größten Truppensteller im Konflikt.

In seiner Auftaktrede sagte Ghani: "Anführer der Taliban und alle Mitglieder, die Entscheidung ist in euren Händen. Akzeptiert den Frieden. Kommt an den Verhandlungstisch und lasst uns dieses Land gemeinsam aufbauen." Er bot auch Pakistan, dem Afghanistan und die USA vorwerfen, die Taliban zu unterstützen, einen Neustart in den Beziehungen an.

Taliban kontrollieren Teile Afghanistans

Für die eintägige Konferenz im Rahmen des sogenannten "Kabul Prozesses" waren unter schweren Sicherheitsvorkehrungen in Kabul Vertreter aus 26 Ländern, darunter Deutschland, sowie von drei internationalen Organisationen zusammengekommen. Sie wollten darüber beraten, wie die afghanische Regierung mit den radikalislamischen Taliban Frieden schließen könnte.

Die Taliban kontrollieren oder beeinflussen nach offiziellen Angaben derzeit wieder mindestens 13 Prozent des Landes. Weitere 30 Prozent des Landes sind umkämpft. 

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fri / DPA