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Afghanistan: Dutzende Tote bei Selbstmordanschlag in Moschee

Anschlag am ersten Tag des muslimisches Opferfestes: Ein Selbstmordattentäter hat in einer Moschee mindestes 37 Menschen getötet und zahlreiche Gläubige verletzt.

Ein Selbstmordattentäter hat sich am Freitag in einer Moschee im Norden Afghanistans in die Luft gesprengt und mindestens 37 Menschen in den Tod gerissen. Der Anschlag ereignete sich in Mainama in der Provinz Farjab, als sich die Menschen zu den Freitagsgebeten zum Auftakt des muslimischen Opferfestes versammelten, wie die Polizei mitteilte. Rund die Hälfte der Getöteten seien Polizisten. Unklar war zunächst, ob der Anschlag dem Polizeichef der Provinz galt, der aber nicht getötet wurde.

Der Attentäter habe eine Polizeiuniform getragen, sagte der Vizegouverneur. "Wir hatten gerade das Gebet beendet, gratulierten uns gegenseitig und umarmten uns." Plötzlich habe es eine Explosion gegeben, alles sei "voller Staub und Rauch und Körperteile" gewesen. Unter den Todesopfern sind demnach 15 Zivilisten sowie 17 Polizisten und Geheimdienst-Mitarbeiter. Auch der Provinzchef der Polizei, Abdul Chalik Aksai, sei verwundet worden.

Zum Anschlag bekannte sich zunächst niemand

Das Opferfest begann am Freitag und dauert vier Tage. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Ähnliche Attentate wurden jedoch in der Vergangenheit von den islamistischen Taliban verübt.

Der Norden Afghanistans, in dem auch Einheiten der Bundeswehr stationiert sind, gilt als relativ ruhig. Zuletzt hatte die Gewalt aber landesweit wieder zugenommen. Zu den Anschlägen, die sich auch oft gegen die internationalen Truppen richten, bekennen sich meist die radikal-islamischen Taliban.

kave/Reuters/AFP / Reuters