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Afghanistan: USA starten Großrazzia in Afghanistan

Die USA haben im Südosten Afghanistans ihre größte Suchaktion seit einem Jahr nach al-Kaida-Untergrundkämpfern gestartet.

Größte Operation seit einem Jahr

Die USA haben im Südosten Afghanistans ihre größte Suchaktion nach El-Kaida und Taliban-Untergrundkämpfern gestartet. An den Razzien in mehreren Dörfern der Gebirgsregion waren nach Militärangaben mehr als 1000 Soldaten beteiligt. Es handelt sich um die größte Offensive seit der "Operation Anaconda" vor einem Jahr.

Die internationale Schutztruppe ISAF verstärkte unter deutscher und niederländischer Führung zugleich die Patrouillen in der Hauptstadt Kabul, um mögliche Anschläge als Reaktion auf den Irak-Krieg zu verhindern. Die ISAF werde die Sicherheit in Kabul aufrechterhalten, sagte ihr Sprecher Thomas Löbbering.

Während am ISAF-Einsatz 2500 Bundeswehrsoldaten beteiligt sind, nehmen keine deutschen Elitesoldaten an der US-Offensive in Afghanistan teil. Das sagte Bundesverteidigungsminister Peter Struck in Berlin. Die Bundeswehr habe sich auf eine größere Gefahr für deutsche Soldaten eingestellt, sagte Struck.

Nach Ansicht von Beobachtern hatte die Offensive zwei Ziele. Erstens sollte sie möglichen Anschlägen als Reaktion auf den Irak-Angriff vorbeugen. Zweitens sei sie als Signal der USA zu verstehen, dass der Kriegsschauplatz Afghanistan auch nach dem Beginn des Irak-Kriegs noch eine große Rolle spiele.

Drei Tote bei Taliban-Angriff

Die Suchaktion konzentrierte sich auf den Bezirk Maruf, wo der Stamm des Taliban-Chefs Mullah Mohammed Omar lebt, wie ein Sprecher der Provinzregierung in Kandahar erklärte. Die US-Truppen seien auf der Suche nach versprengten Taliban-Kämpfern, sagte der Sprecher. Nach Angaben eines US-Militärsprechers ist die Aktion auf zwei bis drei Tage angelegt. Bei einem ähnlichen Einsatz in der benachbarten Provinz Helmand vor einem Monat waren mehrere Verdächtige getötet und über 30 gefangen genommen worden. Weitere Razzien fanden im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet statt. Nach US-Angaben gehen einige Verhaftungen der vergangenen Wochen auf Hinweise des im März verhafteten Chalid Scheich Mohammed zurück. Das hochrangige El-Kaida-Mitglied gilt als Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001.

Wie am Donnerstag außerdem bekannt wurde, sind drei afghanische Regierungssoldaten bei einem Angriff von Taliban-Kämpfern getötet worden. Fünf der Angreifer seien verhaftet worden, teilte am Donnerstag der Sicherheitschef der südafghanischen Stadt Spinpoldak, Abdul Rassak Pandschiri, mit. Der Angriff trug sich am Mittwoch in der Nähe der Grenze zu Pakistan zu.

Alle Mitarbeiter der Vereinten Nationen in Afghanistan dürfen aus Sicherheitsgründen für 48 Stunden das Gelände der UN-Einrichtungen nicht verlassen. Die Arbeit werde aber nicht eingestellt, sagte Lakhdar Brahimi, der UN-Beauftragte für Afghanistan.