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Afghanistan: Vier deutsche Soldaten bei Anschlägen verletzt

Die Gewalt in Afghanistan nimmt kein Ende. Bei zwei Anschlägen auf die Bundeswehr im Norden Afghanistans sind vier Soldaten verletzt worden.

Auf eine deutsche Patrouille sei am Donnerstag 25 Kilometer nördlich von Kundus ein Sprengstoffanschlag verübt worden, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Freitag in Berlin mit. Durch die an einem Fahrrad montierte ferngezündete Bombe seien ein Afghane getötet sowie ein deutscher Soldat und zwei afghanische Zivilisten verletzt worden. Ein zweiter Angriff habe sich am gleichen Tag im Raum Feisabad gegen ein Bundeswehr-Erkundungsteam gerichtet, das vermutlich mit Sturmgewehren und einer leichten Panzerfaust beschossen worden sei. Die Soldaten hätten die Schüsse erwidert, drei von ihnen seien leicht verletzt worden.

Das Verteidigungsministerium gehe nicht von einem Zusammenhang zwischen beiden Anschlägen aus, da sie in unterschiedlichen Regionen verübt worden seien, sagte ein Sprecher. Die Verletzungen des Soldaten durch die Fahrrad-Bombe seien so schwer, dass er bis zum Abend nach Deutschland ausgeflogen werden solle. Unter der Zivilbevölkerung gab es den Angaben zufolge einen Toten und drei Verletzte.

Weitere Anschläge befürchtet

Die Zahl der Anschläge auf die deutschen Truppen in Afghanistan habe sich zuletzt erhöht, und es müsse mit weiteren Angriffen gerechnet werden. Auch der von vielen als relativ ruhig bezeichnete Norden Afghanistans sei weiter ein gefährliches Einsatzgebiet. Bereits in der Nacht zum Donnerstag kam es im Raum Faisabad zu einem Schusswechsel. Dabei kamen drei deutsche Soldaten mit leichten Verletzungen davon. Bei dem Angriff auf das Team seien nach bisherigen Erkenntnissen eine leichte russische Panzerfaust und eine Maschinenpistole AK47 benutzt worden.

Bei einem Selbstmordanschlag auf einen US-Militärstützpunkt in der afghanischen Provinzhauptstadt Lashkar Ghar wurden am Freitag drei Amerikaner verletzt. Der Attentäter habe vor der Basis eine Autobombe gezündet, erklärte die US-Armee. Zwei der Verletzten seien US-Soldaten, der dritte ein Zivilangestellter des Militärs. Die radikal-islamischen Taliban bekannten sich zu dem zweiten Anschlag auf den Stützpunkt binnen 24 Stunden.

Die Bundeswehr ist derzeit mit knapp 2500 Soldaten in Afghanistan im Einsatz der internationalen Friedenstruppe und hat zuletzt die Verantwortung für den Norden des Landes übernommen. Bei einem Selbstmordanschlag in der Hauptstadt Kabul war im November ein Bundeswehr-Soldat getötet worden.

DPA/Reuters / DPA / Reuters