HOME

Al Kaida: Al Sarkawi erklärt Schiiten den Krieg

Der Chef der Extremistenorganisation al Kaida im Irak, Abu Mussab al Sarkawi, hat den schiitischen Moslems im Land den Krieg erklärt- via Internet. Kurz zuvor hatte sich die irakische al Kaida zu einer Serie von Anschlägen in Bagdad bekannt.

Die Kriegserklärung der Al-Kaida gelte allen Schiiten im gesamten Irak, sagte eine Stimme, die auf der als Tondokument verbreiteten Botschaft enthalten war. Die Stimme konnte zunächst nicht identifiziert werden, klang jedoch wie frühere Aufnahmen Sarkawis.

"Ihr habt begonnen"

Die Kriegserklärung der al Kaida gelte allen Schiiten im gesamten Irak, sagte eine Stimme, die auf der als Tondokument verbreiteten Botschaft enthalten war. Die Tonbotschaft enthielt außerdem einen Verweis auf die jüngste Militäroffensive der Armee gegen irakische Rebellen in der Stadt Tal Afar. Bei der Aktion wurden rund 200 Aufständische getötet und mehrere Hundert gefangen genommen. "Ihr habt begonnen und die Angriffe gestartet und ihr werdet von uns kein Mitleid sehen".

Nur Stunden zuvor hatte sich die irakische al Kaida zu einer offenbar koordinierten Serie von Anschlägen bekannt, bei denen mindestens 150 Menschen getötet wurden. Allein im Bagdader Schiiten-Viertel Kadhimija waren 114 Menschen in den Tod gerissen und mehr als 150 verletzt worden. Es war der folgenschwerste Anschlag seit Beginn des Irak-Krieges vor zweieinhalb Jahren. Die irakische al Kaida hatte erklärt, sie habe aus Rache für die jüngste Offensive gegen die Rebellen im Land gehandelt.

"Kreuzritter-Schiiten-Krieg gegen Sunniten"

Die irakische Regierung beschuldigt sunnitische Extremisten gezielter Angriffe auf die durch die Wahlen im Januar an die Macht gekommenen Schiiten, um einen Bürgerkrieg im Land zu provozieren. Sarkawi hingegen bezichtigt in der Botschaft die Regierung, in Tal Afar einen gezielten, konfessionsgebundenen Krieg gegen die Sunniten zu führen. "Die Tage vergehen und die Kämpfe sind zahlreich und ihr Ziel ist eines: Ein Kreuzritter-Schiiten-Krieg gegen Sunniten. Schiitische Viertel der Stadt bleiben verschont und ein Krieg der ethnischen Säuberungen ist gegen Sunniten gerichtet", sagt die Stimme weiter. "Wer immer als Mitglied der Nationalgarde, der Armee oder als Spion entdeckt wird, wird getötet und sein Haus zerstört werden." Auch Stammesführer würden in diesem Fall zu Angriffszielen werden.

Reuters / Reuters