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Algerien: Stärkstes Erdbeben seit zwei Jahrzehnten

Mehr als tausend Tote, über 7000 Verletzte und noch Tausende Vermisste - die Schreckensnachrichten aus Algerien reißen nach dem Erdbeben der Stufe 6,7 auf der Richterskala nicht ab.

Nach dem verheerenden Erdbeben im Norden Algeriens steigt die Zahl der Opfer weiter. Bisher haben die Rettungsteams mehr als 1000 Leichen aus den Trümmern geborgen. Tausende Menschen werden noch vermisst. Fast 7000 sind verletzt. Da auch Wohnhäuser jüngeren Baudatums eingestürzt waren, haben Tausende die zweite Nacht aus Angst vor einem neuen Beben im Freien verbracht. In vielen Gegenden ist die Strom- und Wasservorsorgung noch unterbrochen. Am Freitag setzten Helfer die Suche nach Verschütteten fort. Unter den vielen eingestürzten Wohnblocks werden noch zahlreiche Opfer befürchtet. 24 Stunden nach dem Erdbeben hat Staatspräsident Abdelaziz Bouteflika am Donnerstagabend drei Tage Staatstrauer in dem nordafrikanischen Land angeordnet.

Deutschland und Frankreich haben Rettungsteams in das Krisengebiet entsandt, dessen Hilfsmittel nicht für die Suche und die Betreuung von Verletzten ausreichen. Inzwischen sind 25 Erdbebenspezialisten des Technischen Hilfswerks (THW) aus Frankfurt/Main im Einsatz. Mit neun Rettungshunden helfen sie bei der Suche nach verschütteten Menschen. Aus Frankreich landeten am Donnerstag 110 Helfer mit 13 Suchhunden in Algier.

Schlimmstes Beben in der Region seit zwei Jahrzehnten

Deutschland hatte in den vergangenen Wochen engen Kontakt zu dem nordafrikanischen Staat gehalten, da rund 1200 Kilometer vom Zentrum des Erdbebens entfernt noch immer deutsche Touristen als Geiseln festgehalten wurden.

Das Beben vom Mittwochabend hatte die Stärke von 6,7 auf der Richterskala. Es war das schlimmste in der seismisch aktiven Region seit mehr als zwei Jahrzehnten. Am schwersten betroffen ist die Region um die Hauptstadt Algier im Norden und der Verwaltungsbezirk Boumerdès etwa 30 Kilometer östlich.

"Das ist eine nationale Katastrophe", sagte Regierungschef Ahmed Ouyahia beim Besuch eines zerstörten Stadtteils in Algier. Er hob die Solidarität der Bevölkerung hervor: "Alle kämpfen um die Überlebenden - Helfer, Retter, Feuerwehrleute und das Militär."