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Amal Alamuddin: Clooney-Verlobte gibt UN einen Korb

Eigentlich wollten die UN die Londoner Anwältin Amal Alamuddin mit der Untersuchung von Kriegsverbrechen im Gazastreifen betreuen. Doch die Verlobte von George Clooney lehnte ab.

Die Londoner Anwältin Amal Alamuddin hat den Ruf der UN abgelehnt, in einer Kommission mitzuarbeiten, die Menschenrechtsvereletzungen im Gazastreifen untersuchen soll

Die Londoner Anwältin Amal Alamuddin hat den Ruf der UN abgelehnt, in einer Kommission mitzuarbeiten, die Menschenrechtsvereletzungen im Gazastreifen untersuchen soll

Die prominente Londoner Anwältin Amal Alamuddin hat ihre Berufung als UN-Ermittlerin im Gazastreifen und den palästinensischen Autonomiegebieten abgelehnt. "Das Angebot ehrt mich, aber angesichts meiner derzeitigen Verpflichtungen - darunter acht laufende Verfahren - konnte ich diese Rolle leider nicht annehmen", ließ Alamuddin in der Nacht zum Dienstag über den Sprecher ihres Verlobten, des Hollywood-Schauspielers George Clooney, mitteilen. Am Montag hatte der UN-Menschenrechtsrat in Genf die Expertin für Internationales Recht mit anderen in die Kommission berufen, die mögliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit in den Gebieten untersuchen soll.

"Ich bin entsetzt über die Lage im besetzten Gazastreifen, insbesondere über die zivilen Opfer, und ich bin überzeugt, dass es eine unabhängige Untersuchung geben sollte sowie eine Rechenschaftspflicht für die begangenen Verbrechen", hieß es in der Stellungnahme, die Stan Rosenfield in Alamuddins Namen verbreitete. Die Vereinten Nationen hätten sie am Montagmorgen zum ersten Mal in dieser Angelegenheit kontaktiert. "Ich wünsche meinen Kollegen, die in der Kommission Dienst tun, Mut und Kraft für ihre Aufgaben."

Bericht soll bis März 2015 vorliegen

Leiten soll die Kommission nun der kanadische Völkerrechts-Professor William Schabas. Ebenfalls in das Gremium berufen wurde der senegalesische UN-Menschenrechtsexperte Doudou Diene.

Das Gremium sei damit beauftragt, mutmaßliche Menschenrechtsverstöße auf Seiten der israelischen Streitkräfte sowie militanter Palästinenser seit Beginn des Konflikts am 13. Juni zu untersuchen, erklärten die UN. Es soll seinen Bericht dem UN-Menschenrechtsrat bis März kommenden Jahres vorlegen. Israel lehnte das Vorhaben ab und sprach von einem Scheingericht. Die radikalislamische Hamas begrüßte den Schritt und erklärte, der Untersuchungsausschuss solle seine Arbeit so früh wie möglich beginnen.

In dem Konflikt sind nach Angaben der Behörden im Gazastreifen mehr als 1930 Palästinenser getötet worden, die meisten von ihnen Zivilisten. Israel berichtet von 64 Soldaten und drei Zivilisten unter den Todesopfern. Der jüdische Staat begann vor einem Monat eine Offensive, um Raketenangriffe radikaler Palästinenser aus dem Küstenstreifen zu stoppen und Tunnel zu zerstören, aus denen heraus Islamisten Israel angriffen. Die Extremisten haben seitdem Tausende Geschosse vor allem auf Südisrael abgefeuert.

Leichte Annäherung bei Gesprächen in Kairo

Derzeit haben sich die Parteien auf einen erneuten dreitägigen Waffenstillstand geeinigt, der seit Montag in Kraft ist. In Kairo laufen indirekte Gespräche zwischen Israelis und Palästinensern über eine dauerhafte Waffenruhe. Medienberichten zufolge gibt es eine leichte Annäherung beide Seiten. Israelische Medien berichteten am Dienstag, Israel habe sich unter anderem dafür ausgesprochen, dass Sicherheitskräfte des Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas an den Kontrollen von zwei Grenzübergängen zwischen dem Gazastreifen und Israel sowie am Grenzübergang nach Ägypten beteiligt werden.

kng/DPA/Reuters / DPA / Reuters