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Amokläufe in den USA: Amerika, wach endlich auf!

In den USA ereigneten sich in den vergangenen zehn Tagen vier Amokläufe. Viele Menschen starben. Wann ändert sich endlich etwas an den absurden Waffengesetzen?

Ein Kommentar von Alexandra Kraft, New York

Als wir vor knapp einem Jahr in die USA zogen, wunderte ich mich über die kleinen Nummernschilder an den Fenstern der benachbarten High-School. Wenig später klärte mich eine amerikanische Freundin auf: "Die hängen da, damit die Einsatzkräfte bei Amokläufen schneller wissen, aus welchen Klassenzimmern die Notrufe kommen." Als Mutter eines elfjährigen Jungen war ich natürlich schockiert. In den vergangenen zehn Tagen gab es in den USA vier Amokläufe. Alle mit Schusswaffen. Und wieder wurden auch Schulen zu Tatorten.

In Seattle stürmte am 5. Juni der 26-jährige Aaron Ybarra mit einem Schrotgewehr den Campus der Pacific University. Ein Student starb, einer wurde schwer verletzt. Der offensichtlich verwirrte Schütze hatte in seinem Tagebuch vermerkt: "Ich will, dass Menschen sterben." Ein Student überwältigte ihn mit Pfefferspray. Ybarra trug 50 Patronen bei sich.

Georgia, Las Vegas, Oregon...

Am Tag danach attackierte Dennis Marx im Bundesstaat Georgia das Gerichtsgebäude von Forsyth County mit einem halbautomatischen Gewehr. Ein Polizist wurde verletzt, bevor der Amokläufer erschossen wurde. Er trug eine selbstgebastelte Bombe und zwei Pistolen bei sich.

Am 8. Juni eröffnete das rechtsradikale Ehepaar Amanda und Jerad Miller in einem Restaurant in Las Vegas das Feuer auf zwei Polizisten und tötete sie mit Genick- sowie Bauchschüssen. Später verschanzten sich die Täter in einem Supermarkt. Schrien: "Die Revolution hat begonnen". Einer der Kunden des Marktes wollte die beiden mit seiner Pistole stoppen, die er bei sich trug. Auch er wurde erschossen. Ein Einsatzkommando tötete die Amokläufer wenig später.

In Oregon wurde an der Reynolds High School bei Portland am 10. Juni ein Student von einem Mann mit einem Gewehr ermordet. Ein Lehrer erlitt lebensgefährliche Verletzungen.

Bluttaten, die schockieren sollten. Aber es passierte etwas erschreckend anderes. Mit jedem weiteren Vorfall wurden die Meldungen darüber in den amerikanischen Nachrichten nur kleiner. Gab es keine Toten, wurde schon wenige Stunden danach gar nicht mehr berichtet. Statt eines Aufschreis, einer nationale Diskussion über die absurden Waffengesetze in vielen Teilen der USA gab es nur Schweigen. Ist das Land schon so abgestumpft?

Denn eines der angeblich zivilisiertesten Länder des Westens schaut schon seit Monaten wie gelähmt zu. Die Zahlen sind erschreckend und beschämend. Seit dem Schulmassaker an der Sandy Hook Grundschule in Newtown, Connecticut , gab es in jeder Unterrichtswoche durchschnittlich 1,37 Amokläufe an amerikanischen Schulen. Insgesamt waren das 74 Schießereien seit Dezember 2012. Nahezu ein Drittel aller Opfer von Amokläufen sind unter 18 Jahren. Schulen sind längst keine Orte des unbekümmerten Aufwachsens mehr. Sie sind zu Schauplätzen für Morde geworden.

Tipps für Kinder im Falle eines Amoklaufs

Viele scheinen kapituliert zu haben. Die mächtige und millionenschwere Waffenlobby, die National Rifle Association (NRA), hat gesiegt. Und darf sogar offen fordern, dass sich fortan Lehrer bewaffnen, um sich Amokläufern entgegen stellen zu können. Nicht strengere Waffengesetze werden diskutiert, sondern es werden schusssichere Decken, Rucksäcke und Tafeln entwickelt, unter oder hinter denen sich Kinder im Notfall verstecken sollen. Feueralarm-Übungen wurden an vielen Schulen inzwischen von sogenannten Amoklauf-Drills ersetzt. Wie sie am besten durch die Fenster flüchten oder sich hinter Türen verschanzen, wissen schon die Kleinsten. Im Internet stehen Anleitungen mit Titeln wie: "Was tun, wenn ein Amokläufer auf mich zielt." Das ist beschämend.

Viele der Schützen wurden in der Vergangenheit nach ihren Taten als "geistig verwirrt" eingestuft. Weil sie Stimmen hörten, sich verfolgt fühlten oder eine unbändige Wut gegen jeden und alle spürten. Als sie ihre Waffen kauften, fragte sie aber niemand, wie es um ihren geistigen Zustand bestellt ist. Waffenbesitz gilt als Grundrecht. Geschätzt 270 Millionen Waffen sind in den USA im Privatbesitz. Von 100 Amerikanern besitzen 89 ein Gewehr oder eine Pistole. Ich weiß, der Wilde Westen und die vielen Bedrohungen. Und so weiter und so fort. Blah, blah, blah.

Gewehr als Hauptgewinn bei Dorf-Tombola

In vielen Staaten müssen lediglich kommerzielle Anbieter den kriminellen Hintergrund von potenziellen Waffenkäufern prüfen. Auf Messen kann in nahezu den gesamten Vereinigten Staaten jedermann ohne lästige Nachfragen Revolver und Gewehre kaufen. Und manchmal kann man sie sogar gewinnen. Auf dem Weg zu den Niagarafällen vor ein paar Wochen kamen wir durch ein Dorf. Auf dem örtlichen Flohmarkt wurden Lose für eine Tombola verkauft. Für zehn Dollar konnte man dort als Hauptpreis ein Remington-Gewehr gewinnen. Und weil wir nicht aus dem Ort waren, sollten wir unsere Adresse hinterlassen, damit man uns einen möglichen Gewinn per Post schicken könne.

Im Wal-Mart bei uns um die Ecke gibt es für 29 Dollar kleine Luftgewehre für Kinder. In rosa oder hellblau. Zur Bekämpfung von lästigen Vögeln, so steht es auf der Verpackung. Aber immer wieder wurden in den vergangenen Monaten Kinder von ihren Geschwistern damit tödlich verletzt. Die "New York Times" füllt regelmäßig eine Kolumne, in der sie nur die Geschichten von Kindern erzählt, die von Gleichaltrigen erschossen wurden. Mit den herumliegenden Pistolen, Revolvern oder Gewehren ihrer Eltern, Freunde oder Babysitter.

In Bundesstaaten wie Montana darf jeder so viele Waffen besitzen wie er möchte. Auch halbautomatische und sogenannte Sturmgewehre. Kürzlich wurde dort der deutsche Austauschschüler Diren D. in einer Garage von einem Mann mit einer Schrotflinte erschossen, weil er eine Dose Bier aus dem Kühlschrank klauen wollte. Es kann sogar sein, dass der 29-jährige, der wie im Rausch vier Mal auf den wehrlosen 16-Jährigen feuerte, am Ende ohne Strafe davon kommt. Denn in Montana gilt für Hausbesitzer das Recht, sich selbst zu verteidigen. Fühlen sie sich bedroht, dürfen sie ohne Vorwarnung schießen.

Kindliche Freude über erschossenen Waschbär

Montana ist einer der Staaten mit den meisten Waffenbesitzern und den meisten Vorfällen. Hier lernte ich Jugendliche kennen, die Revolver in ihren Kleiderschränken zwischen ihren Sportsachen liegen hatten. Ein 15-Jähriger berichtete mir stolz, wie er kürzlich einen Waschbären in der Garage erschossen hat.

Die klügste und mutigste Stimme, die ich dazu in den letzten Wochen gehört habe, war die von Richard Martinez. Sein 20-jähriger Sohn Chris war Ende Mai in Santa Barbara von einem Amokläufer erschossen worden. Das Motiv des Schützen: Frauenhass. Kurz nach der Tat sagte der weinende Vater des Opfers in einer Pressekonferenz: "Warum musste Christopher sterben? Wegen unverantwortlicher Politiker und der NRA. Die sprechen über Waffenrechte. Aber was ist mit Christophers Recht, zu leben? Zu viele sind gestorben. Nicht einer mehr!"

Wenn ich abends die Nachrichten anschalte, frage ich mich jedes Mal, wann es die nächste Eilmeldung über einen Amoklauf gibt. Jedes Mal, wenn ich an der High School die Nummern sehe, muss ich an Richard Martinez denken. Nicht einer mehr! Wann wird dieses Land endlich aufwachen? Wie viele müssen noch sterben, bevor die Leute auf die Straße gehen? Sind Grundrechte wirklich wichtiger als Menschenleben? Es ist erschütternd zu sehen, mit welchem Schulterzucken die Amokläufe hingenommen werden. Es sollte viel mehr geben wie Richard Martinez Amerika, wach endlich auf!

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(