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Angebliche Waffenruhe in Syrien Aufständische widersprechen Staatschef Assad


In einem Telefonat mit UN-Generalsekretär Ban soll Staatschef Assad die Militäraktionen gegen Aufständische für beendet erklärt haben. Die Aufständischen wollen davon nichts bemerkt haben.

Syrische Oppositionelle haben Angaben von Präsident Baschar al Assad über ein angebliches Ende der Militäroperationen dementiert. Augenzeugen sagten dem Nachrichtensender Al Arabija, in den Städten Homs und Aleppo habe es weiterhin Razzien und Operationen des Militärs gegeben. Alleine am Mittwoch sollen in den Ortschaften Homs, Al-Haula, Lataki, Hama und Dschabal al Sawija nach Angaben der Opposition 21 Zivilisten getötet worden sein. In Homs soll ein 17 Jahre altes Mädchen unter den Todesopfern sein. In Latakia, wo die Sicherheitskräfte in den vergangenen Tagen unter anderem ein Palästinenserlager attackiert hatte, starb den Angaben zufolge ein Palästinenser.

Reformen in Syrien?

Ein UN-Sprecher hatte in der Nacht erklärt, Assad habe in einem Telefongespräch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon gesagt, die Einsätze von Militär und Polizei gegen Oppositionelle seien beendet. Außerdem habe Assad Reformvorhaben aufgezählt, die er in den kommenden Monaten unternehmen wolle, hieß es in der UN-Mitteilung weiter. Dazu zählten eine Revision der Verfassung und Parlamentswahlen.

Ban unterstrich, dass Reformen schnell umgesetzt werden müssten. Der UN-Generalsekretär zeigte sich beunruhigt von der weit verbreiteten Verletzung von Menschenrechten und dem übermäßigen Einsatz von Gewalt gegen Zivilisten durch die Sicherheitskräfte. Er verlangte erneut eine unabhängige Untersuchung der Vorfälle.

Angeblich rund 2000 Todesopfer

Die von den Revolutionen in Tunesien und Ägypten inspirierten Proteste gegen das Assad-Regime dauern bereits seit fünf Monaten an. Nach Angaben von oppositionellen Menschenrechtsgruppen sollen die Auseinandersetzung zwischen Aufständischen und Armme rund 2000 Todesopfer gefordert haben.

Erst am Mittwoch waren in der Protesthochburg Homs im Zentrum des Landes nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten wieder drei Zivilisten getötet worden. Angesichts des gewaltsamen Vorgehens der Armee gegen die Oppositionsbewegung hatte die UNO am Mittwoch erklärt, dass sie alle nicht notwendigen Mitarbeiter aus Syrien abzieht.

be/DPA/AFP DPA

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