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Anklage in Fall Litwinenko: "Njet" zur Auslieferung

Russland lehnt die Auslieferung von Andrej Lugowoi an Großbritannien weiterhin kategorisch ab. Das sagte der russische Generalstaatsanwalt Juri Tschaika am Rande des G8- Innen- und Justizministertreffens in München.

Die britische Staatsanwaltschaft hatte Lugowoi ein halbes Jahr nach dem Gifttod des in London lebenden Kremlkritikers Alexander Litwinenko des Mordes beschuldigt. Litwinenko war mit radioaktivem Polonium 210 vergiftet worden. Nach russischer Rechtsprechung sei es nicht möglich, russische Staatsbürger an ein anderes Land auszuliefern, sagte Tschaika. Sollte es genug Beweise gegen Lugowoi geben, könnte aber möglicherweise ein Ermittlungsverfahren gegen ihn in Russland eröffnet werden. Klar sei dabei aber, dass allein russische Behörden die Ermittlungen führen würden.

Antrag übergeben

Die britische Staatsanwaltschaft beantragte beim Londoner Innenministerium am Freitagabend die Auslieferung Lugowois. "Der Direktor der Staatsanwaltschaft hat bekannt gegeben, dass der offizielle Antrag zur Auslieferung von Andrej Lugowoi nach Großbritannien wegen Mordes an Alexander Litwinenko jetzt an das Innenministerium übergeben wurde", erklärte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Es werde erwartet, dass die diplomatischen Bemühungen um eine Übergabe des Verdächtigen unverzüglich aufgenommen werden.

Litwinenko hatte Lugowoi zusammen mit einem weiteren Ex-Agenten, Dmitri Kowtun, in einem Londoner Hotel an dem Tag getroffen, an dem er vergiftet wurde. Der 43-jährige Litwinenko war ein entschiedener Kritiker der Regierung von Präsident Wladimir Putin.

DPA / DPA