Antiterrorkampf CIA-Verschleppungspraxis wird untersucht


Eine Kommission soll die CIA -Auslieferungen seit September 2001 untersuchen. Die Behörde soll "irrtümlich" Unschuldige verschleppt haben. Pikant: Die Ermittler selbst sind von der CIA.

Die CIA hat nach dem 11. September 2001 bis zu 150 Terrorverdächtige in andere Länder verschleppt. In mehreren Fällen waren offenbar völlig unschuldige Menschen betroffen: Eine interne Untersuchungskommission prüfe derzeit "weniger als zehn Fälle von möglicherweise irrtümlichen Auslieferungen", wie ein Geheimdienstmitarbeiter am Dienstag der Nachrichtenagentur AP bestätigte.

Diese Zahl habe der Leiter der Untersuchung, CIA-Generalinspekteur John Helgerson, genannt. Andere Mitarbeiter der Behörde gingen von deutlich weniger als zehn Fällen aus. Nach den Terroranschlägen in New York und Washington ermächtigte US-Präsident George W. Bush die CIA zu den Verschleppungen. Die Überführung von Verdächtigen in ihre Heimatländer oder andere Staaten, in denen gegen sie ermittelt werde, dienen laut Bush dem Schutz der USA und ihrer Verbündeten.

Human Rights Watch: Freude über Aufklärung

Für Aufsehen sorgte in Deutschland der Fall des Deutsch-Marokkaners Khaled El Masri, der vom US-Geheimdienst nach Afghanistan verschleppt und dort fünf Monate verhört worden war. Ob die CIA auch diesen Fall prüft, blieb zunächst offen.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch begrüßte die Untersuchungskommission. "Ich bin froh, dass die CIA die ihr bekannten Fälle aufklärt", sagte Tom Malinowski, Leiter des Washingtoner Büros. Allerdings gebe es möglicherweise weit mehr Irrtümer. Zudem verwies er darauf, dass es keine Garantie dafür gebe, dass Ägypten, Syrien oder Usbekistan die ihnen überstellten Verdächtigen frei ließen, sollte sich deren Unschuld erweisen.

AP AP

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