Argentinien Wähler strafen Kirchner-Regierung ab


Schwere Niederlage für Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner Bei den Parlamentswahlen hat die amtierende Regierung unter ihrer Führung ihre parlamentarische Mehrheit verloren.

Bei der Parlamentswahl in Argentinien haben die peronistische Präsidentin Cristina Kirchner und ihr Mann Néstor am Sonntag nach offiziellen Ergebnissen eine schwere Niederlage erlitten. In der wegen der hohen Zahl der Wähler entscheidenden Provinz Buenos Aires rund um die gleichnamige Hauptstadt kam der oppositionelle Kandidat des konservativen Wahlbündnisses Unión Pro, Francisco de Narvaez, auf 34,5 Prozent der Stimmen. Kirchner landete im Rennen um den Einzug in das Parlament mit nur etwa 32 Prozent auf Platz zwei. Das teilte die Wahlkommission nach Auszählung von gut 88 Prozent der dort abgegebenen Stimmen mit.

Inzwischen hat der der frühere argentinische Präsident Néstor Kirchner seine Niederlage eingestanden. "Wir haben knapp verloren", sagte er vor Anhängern in einem Hotel der Hauptstadt, die Stunden auf eine Reaktion der Regierung gewartet hatten. Er kündigte die Fortsetzung der bisherigen Regierungspolitik an und führte die herben Verluste seiner Wahlvereinigung "Front für den Sieg" allein auf die normale Abnutzung zurück, der jede Regierung unterliege.

Wegen des schlechten Abschneidens auch in anderen Landesteilen verlor die Regierung von Kirchners Frau und Präsidentin Cristina Kirchner ihre parlamentarische Mehrheit. Bei der Wahl zur Halbzeit der Amtszeit der Präsidentin wurden die Hälfte der Abgeordneten des Unterhauses und ein Drittel der Senatoren neu bestimmt.

Die Wahl gilt als Referendum über Kirchners interventionistische Konjunkturpolitik und ihren aggressiven Führungsstil. Bestimmende Themen waren zudem die Kriminalitäts- und Inflationsbekämpfung in Lateinamerikas drittgrößter Volkswirtschaft. Die Zwischenwahlen gelten zudem als Stimmungsbarometer für die Präsidentenwahl 2011, bei der mit einer Kandidatur Nestor Kirchners gerechnet wurde.

DPA/Reuters DPA Reuters

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