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Néstor Kirchner gestorben: Argentinier trauern um ehemaliges Staatsoberhaupt

Der frühere argentinische Präsident Néstor Kirchner ist tot. Der Ehemann der amtierenden Staatschefin Cristina Kirchner starb einen "plötzlichen Tod" infolge eines Herzinfarktes.

Der Tod des früheren argentinischen Präsidenten Néstor Kirchner hat im Land und in der Welt Trauer und Bestürzung ausgelöst. Der Ehemann der amtierenden Staatschefin Cristina Kirchner starb nach Angaben seines Arztes am Mittwoch unerwartet an einem Herzinfarkt. Kirchner war mit starken Schmerzen in der Brust in eine Klinik in El Calafate im Süden des Landes eingeliefert worden, wo er sich mit seiner Familie zur Erholung aufgehalten hatte. Der 60-Jährige habe einen Herzinfarkt erlitten und sei einen "plötzlichen Tod" gestorben, sagte sein Arzt Luis Buonomo.

Erst im September hatte Kirchner sich zum zweiten Mal in diesem Jahr einem chirurgischen Eingriff wegen einer verstopften Arterie unterziehen müssen. Seine gesundheitlichen Probleme hatten zuletzt Zweifel daran genährt, der frühere Staatschef werde im kommenden Jahr erneut für das Präsidentenamt kandidieren. Nach seinem Tod gilt es nun als wahrscheinlich, dass seine Frau erneut antritt.

"Unser Schmerz ist unermesslich"

Vor dem Präsidentenpalast in Buenos Aires wurden die Flaggen nach dem Tod Kirchners auf Halbmast gesetzt, argentinische Internetnutzer riefen für Mittwochabend zu einer spontanen Trauerkundgebung in der Hauptstadt auf. Arbeitsminister Carlos Tomada kündigte für Donnerstag eine Totenwache zu Ehren Kirchners im Präsidentenpalast an.

"Unser Schmerz ist unermesslich", sagte Juan Carlos Dante Gullo, ein Abgeordneter der Peronistischen Partei, deren Vorsitzender Néstor Kirchner bis zuletzt war. Das Land habe den "größten Verlust seit der Einführung der Demokratie" erlitten, erklärte Senator Eric Calcagno aus Buenos Aires über den Kurzbotschaftendienst Twitter. Auch international löste der Tod des früheren Präsidenten Bestürzung aus. Kirchner habe eine "maßgebliche Rolle" im politischen Leben Argentiniens gespielt, erklärte US-Präsident Barck Obama. Seine Gedanken seien bei Staatschefin Cristina Kirchner und den Kindern des Ehepaares. Spaniens Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero zeigte sich "tief schockiert" und versicherte die Angehörigen "der Liebe des spanischen Volkes". UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bekundete in New York seine "große Trauer" über den Tod Kirchners.

Nachfahren von Deutsch-Schweizern

Kirchner galt neben seiner Frau als der mächtigste Politiker des südamerikanischen Landes. Er war von 2003 bis 2007 Präsident. Seine Ehefrau Cristina, mit der er zwei Kinder hat, folgte ihm 2007 im Amt. Mit Cristina war er bereits in den 70er Jahren bei der radikalen peronistischen Jugend aktiv. Während seines Präsidentschaftswahlkampfes im Jahr 2003 galt der Sohn eines Nachfahren von Deutsch-Schweizern und einer kroatischstämmigen chilenischen Mutter als linker Flügelmann der Peronisten. In seiner Amtszeit führte er Argentinien aus der größten Wirtschaftskrise in der Geschichte des Landes. Zuletzt war Néstor Kirchner auch Generalsekretär der Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR).

mm/DPA / DPA