Atomstreit Energiekrise bei Angriffen


Mögliche Militärschläge des Westens will der Iran nicht hilflos hinnehmen. In einer solchen Situation wären die Öllieferungen aus der Region ernsthaft gefährdet, sagte das geistliche Oberhaupt des Landes, Ayatollah Ali Chamenei.

Der Iran hat mit einer weltweiten Energiekrise für den Fall eines Angriffs der US-Streitkräfte gedroht. In einer solchen Situation wären die Öllieferungen aus der Region ernsthaft gefährdet, sagte das geistliche Oberhaupt des Landes, Ayatollah Ali Chamenei, am Sonntag im staatlichen Fernsehen. Die USA und ihre Verbündeten wären nicht in der Lage, alle Schiffe in der Straße von Hormus zu schützen, durch die ein Großteil der Öllieferungen in den Westen gelangt.

Iran betont friedliche Absichten

"Sie werden niemals in der Lage sein, die Energielieferungen aus dieser Region zu schützen", sagte Chamenei an den Westen gerichtet. "Das wird Ihnen niemals gelingen." Einzelheiten nannte er nicht. Der Iran ist der viertgrößte Ölexporteur der Welt und das zweitwichtigsten Mitglied in der Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC). Bisher hatten iranische Regierungsvertreter stets betont, Sie wollten das Öl im Streit über das iranische Atomprogramm nicht als Waffe einsetzen. Chamenei betonte, vom Iran werde kein Krieg ausgehen. Das Land habe jedoch das Recht, Energie aus Atomkraft zu gewinnen. Wenn es darauf verzichte, müsse es "einige wenige westliche und europäische Länder in den nächsten 20 Jahren um Energie anbetteln". Teheran strebe nicht nach Atomwaffen und stelle keine Bedrohung für andere Staaten dar. "Wir haben keinen Nachbarn bedroht", erklärte er. "Vorwürfe, wir strebten nach einer Atombombe, sind falsch, eine Lüge." Der Iran habe auch gar keine Verwendung für Nuklearwaffen. "Im Gegensatz zu den USA wollen wir nicht die Welt dominieren."

Verhandlungen ohne Vorbedingungen

Die fünf UN-Vetomächte und Deutschland haben Teheran vor die Alternative gestellt, die Verhandlungen wieder aufzunehmen oder mit Sanktionen rechnen zu müssen. Der Iran werde sich mit der Prüfung des Angebots Zeit lassen, sagte der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad am Samstag vor tausenden Menschen in Teheran. Man habe keine Eile. "Wir suchen Verhandlungen, aber faire und gerechte Verhandlungen. Sie müssen ohne Bedingungen sein", sagte der Präsident in einer Rede zum Todestag von Revolutionsführer Ayatollah Ruhollah Chomeini.

Japan erwägt Sanktionen

In einem Telefonat mit UN-Generalsekretär Kofi Annan bekräftigte Ahmadinedschad, dass der Iran sein Atomprogramm einschließlich der Anreicherung von Uran nicht aufgeben werde. Für diesen Fall erwägt Japan die Verhängung von Sanktionen gegen den Iran. Die Zeitung "Yomiuri" berichtete am Sonntag, danach wären Geldüberweisungen aus Japan in den Iran verboten. Kabinettsminister Shinzo Abe wollte den Bericht nicht bestätigte. Angesichts des derzeit hohen Ölpreises sei jedoch zu bezweifeln, dass die Sanktionen gegen den Iran etwas ausrichten könnten, sagte er. Zuvor stellte Außenminister Manutschehr Mottaki der internationalen Gemeinschaft im Falle von Verhandlungen ohne Vorbedingungen eine baldige Lösung im Atomstreit in Aussicht. "Bei gutem Willen ist ein Durchbruch möglich", sagte Mottaki am Samstag vor Journalisten in Teheran. Sein Land würde die Chance begrüßen, mit allen Parteien - einschließlich der Vereinigten Staaten - ernsthafte Gespräche zu führen. Diese dürften jedoch nicht an Bedingungen geknüpft sein.

AP


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