Atomstreit mit Iran USA zu Verhandlungen mit Iran bereit


Die amerikanische Regierung scheint ihre Strategie zu wechseln: Laut US-Medienberichten will George W. Bush im Atomkonflikt mit Iran nun auf den europäischen Kurs einschwenken und auf Verhandlungen setzen.

Die USA sind nach US-Medienberichten möglicherweise bereit, ihre Haltung im Atomkonflikt mit Iran zu ändern. Wie die "New York Times" unter Berufung auf europäische und amerikanische Beamter schreibt, will die US-Regierung einen Vorschlag Deutschlands, Frankreich und Großbritannien zu prüfen, der als Gegenleistung für einen Verzicht auf Atomwaffen Handelsvorteile vorsieht.

Iran könnte WTO-Mitglied werden

Möglich sei beispielsweise ein Angebot über eine Mitgliedschaft des Iran in der Welthandelsorganisation (WTO), berichtet die "Washington Post" unter Berufung auf US-Regierungskreise. Die Entscheidung wäre ein deutlicher Kurswechsel der US-Regierung. Sie versucht bislang, die Iran-Frage vor den UN-Sicherheitsrat zu bringen. Außerdem solle das Land ohne Zugeständnisse auf die Entwicklung von Atomwaffen verzichten. Bisher hatte Präsident George W. Bush auch einen Militäreinsatz gegen die Islamische Republik ausdrücklich nicht ausgeschlossen.

Die Gespräche mit verschiedenen europäischen Regierungschefs in der vergangenen Woche hätten Bush überzeugt, dass ein gemeinsames Handeln gegenüber dem Iran effektiver sei, so die Zeitung. Europas entschlossene Haltung gegen ein iranisches Atomwaffenprogramm habe Bush zudem dazu bewogen, sein eigenes taktisches Vorgehen zu überdenken. Wichtig sei jedoch, möglichst bald konkrete Angebote zu präsentieren.

Eine Entscheidung ist laut "New York Times" und "Washington Post" noch nicht gefallen, weitere Diskussionen sollen möglicherweise noch in dieser Woche stattfinden. Dem Weißen Haus sei an einer schnellen Entscheidung gelegen, schreibt die "Washington Post". Aus Sicht der USA solle so auch den wieder verbesserten transatlantischen Beziehungen Rechnung getragen werden.

Die USA werfen dem Iran vor, nach Atomwaffen zu streben. Die Führung in Teheran betont stets, dass ihr Atomprogramm nur der Energiegewinnung dienen solle. Bush hatte in der vergangenen Woche während seines Europa-Besuchs über die Iran-Frage unter anderem mit Bundeskanzler Gerhard Schröder beraten. Deutschland, Frankreich und Großbritannien bemühen sich seit Monaten, den Iran auf diplomatischem Weg zum Verzicht auf eine Anreicherung von Uran zu bewegen. Dieses kann zum Bau von Atomwaffen genutzt werden.

DPA/Reuters DPA Reuters

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