Atomtests USA warnen Nordkorea


Die USA verdächtigen Nordkorea, seine umstrittenen Atomtests bereits vorzubereiten - und richten eine scharfe Warnung an das Land. Regierungsvertreter aus Asien und der EU nannten das Verhalten Nordkoreas inakzeptabel.

Nordkorea trifft nach US-Angaben möglicherweise bereits Vorbereitungen für seinen ersten Atomtest. US-Aufklärungssatelliten hätten ungewöhnliche Bewegungen von Fahrzeugen und andere Aktivitäten auf möglichen Testgeländen registriert, hieß es in US-Verteidigungskreisen. Diese könnten auf einen unterirdischen Test hinweisen. Die Indizien seien aber nicht eindeutig, fügte er hinzu. Da Nordkorea bislang noch nie Atomwaffen getestet habe, wüssten die USA nicht genau, wonach sie suchten.

Nordkorea hatte am Dienstag einen ersten Atomtest angekündigt, ohne aber einen konkreten Zeitpunkt zu nennen. Die kommunistische Regierung begründete den Schritt mit einer wachsenden Bedrohung durch die USA. Die Ankündigung hatte im Westen zu großer Besorgnis geführt. Die Europäische Union erklärte, das Verhalten Nordkoreas sei unverantwortlich und trage zu einer Eskalation der Situation bei. "Diese Ankündigung verschärft die Spannungen und untergräbt die Stabilität in der Region", warnte die EU. Auch die Außenminister Russlands und Südkoreas, Sergej Lawrow und Ban Ki Moon, verurteilten die Erklärung. Die Minister seien sich einig, dass Nordkoreas Pläne "inakzeptabel" seien, hieß es in Moskau nach einem Telefongespräch der beiden Politiker.

Besorgnis und Wut in internationalen Kreisen

Auch Japan hat Nordkorea erneut vor einem Atomtest gewarnt. Ein Atomtest würde "auf keinen Fall erlaubt", sagte Ministerpräsident Shinzo Abe in Tokio vor einem Parlamentsausschuss. Sollte das kommunistische Regime sein Verhalten fortsetzen, müsse Nordkorea durch die Vereinten Nationen klar gemacht werden, dass sich dadurch die Lage weiter verhärten würde. Auch Japans Bündnispartner USA warnte Nordkorea direkt vor einem Atomtest. "Wir werden nicht mit einem atomaren Nordkorea leben. Wir werden es nicht akzeptieren", zitierten japanische Medien den US- Chefunterhändler bei den Sechs-Länder-Gesprächen über das nordkoreanische Atomprogramm, Christopher Hill. Man werde Nordkorea zu verstehen geben, dass ein Atomtest ein "sehr schlimmer Fehler" wäre, sagte er.

Mitglieder des Weltsicherheitsrats hatten die Regierung in Pjöngjang am Mittwoch nachdrücklich aufgefordert, den Plan fallen zu lassen und zu den so genannten Sechs-Länder-Gesprächen zurückzukehren. UN-Generalsekretär Kofi Annan warnte vor einer Verschärfung der Spannungen in der Region. Die amerikanische Regierung drang auf eine härtere Reaktion des höchsten UN-Gremiums. China mahnte dagegen zur Zurückhaltung. Man hoffe, dass die nordkoreanische Seite "einen kühlen Kopf bewahrt". Südkorea warnte die nordkoreanische Führung vor den Konsequenzen eines Atomtests. Seoul werde niemals Nuklearwaffen im Norden Koreas tolerieren.

Südkorea fordert ein Einlenken

In Südkorea machte die Regierung deutlich, sie werde nicht zulassen, dass Nordkorea Atomwaffen besitze. Sie rief den Nachbarn auf, die Pläne für den Atomtest fallen zu lassen. Sie könnten ansonsten zu einer weiteren Eskalation an der letzten Grenze des Kalten Krieges führen. UN-Generalsekretär Kofi Annan warnte, dass sich Nordkorea mit einem solchen Test selbst schaden würde. Das Land würde von der gesamten Staatengemeinschaft verurteilt werden und seine eigene Sicherheit untergraben.

Der Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm schwelt schon seit Jahren. In mehreren Runden der Sechs-Parteien- Gespräche ist es bislang nicht gelungen, das stalinistische Land zum Einlenken und zum Verzicht auf sein Atomprogramm zu bewegen. Diplomaten schlossen nicht aus, dass Nordkorea mit der Test-Drohung Druck auf die USA ausüben will, damit sie auf direkte Gespräche zwischen den beiden Staaten eingehen. Die USA lehnen dies jedoch ab und betrachten die Sechs-Parteien-Runde als bestes Gremium für Verhandlungen.

Reuters Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker