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Aufruhr in Syrien Aktivisten werfen Armee Massaker an Deserteuren vor


Die Gewalt in Syrien nimmt offenbar trotz einer Vereinbarung mit der Arabischen Liga kein Ende: Menschenrechtler berichteten, Regimetreue Truppen hätten etwa 70 Deserteure erschossen, als diese versuchten, ihre Einheiten zu verlassen.

In Syrien sind nach Berichten von Menschenrechtlern am Montag Dutzende desertierende Soldaten erschossen worden. Diese hätten versucht, aus einem Stützpunkt der Armee nahe der Grenze zur Türkei zu fliehen und sich der Opposition anzuschließen, erklärte eine Aktivistengruppe mit Sitz in Großbritannien. Einer der Überlebenden hätte angegeben, Soldaten hätten mit Maschinengewehren auf die Flüchtenden geschossen und 60 bis 70 getötet. In anderen Meldungen ist unter Berufung auf Menschenrechtsaktivisten in Beirut von 72 Toten die Rede.

Nur Stunden zuvor hatte das mit Sanktionen belegte Regime von #link;http://www.stern.de/politik/baschar-90400552t.html?sort=datedown; Präsident Baschar al-Assad# eine Vereinbarung mit der Arabischen Liga unterzeichnet. Diese sieht eigentlich ein Ende der seit März anhaltenden Gewalt gegen Oppositionelle und Demonstranten vor. Zudem stimmte die Regierung der Entsendung von Beobachtern zu, die sich im Land ein Bild von den Unruhen machen sollen. Die Opposition wertete den Schritt allerdings als Hinhaltetaktik.

UN-Vollversammlung verabschiedet Resolution

Die internationale Gemeinschaft verurteilte das Vorgehen gegen pro-demokratische Demonstranten und isolierte die Regierung in Damaskus damit weiter. Die UN-Vollversammlung stimmte in New York einer von Großbritannien, Frankreich und Deutschland eingebrachten Resolution zu. Darin hieß es, Syrien verstoße in schwerwiegender Weise kontinuierlich gegen die Menschenrechte. Die Vereinten Nationen werfen der Führung willkürliche Exekutionen, einen überzogenen Einsatz von Gewalt sowie die Verfolgung und Tötung von Demonstranten vor.

Die Angaben über Kämpfe und Opfer lassen sich nur schwer überprüfen, da Syrien die meisten ausländischen Journalisten des Landes verwiesen hat. Nach Informationen der Vereinten Nationen sind bereits mehr als 5000 Menschen durch die Sicherheitskräfte Assads getötet worden. Dieser bestreitet zwar, dass es Schießbefehle und Anweisungen zum Töten von Demonstranten gibt. Der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) liegen jedoch Aussagen von Überläufern aus den Sicherkräften vor, nach denen sie sogar ausdrückliche Anweisung erhalten hätten, auf Unbewaffnete zu schießen.

mad/kave/Reuters/DPA DPA Reuters

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