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Ausland: Gläubige fordern Rache

Nach dem Bombenanschlag mit 85 Toten in der irakischen Stadt Nadschaf haben tausende Trauernde Rache für den Tod von Schiitenführer Ajatollah Mohammed Bakir el Hakim gefordert.

Rache für den Tod von Schiitenführer Ajatollah Mohammed Bakir el Hakim gefordert. Klagend zogen die Gläubigen am Samstag vor die Imam-Ali-Moschee, wo am Vortag eine Autobombe den Geistlichen in den Tod riss. Mehr als 140 Menschen wurden verletzt, arabische Fernsehsender berichteten von 230 Verletzten.

Trotz des verheerenden Anschlags wollen sich die US-Truppen in Irak nach Worten von Präsident George W. Bush nicht von ihrer Arbeit abschrecken lassen. Bush verurteilte den Anschlag als einen "bösartigen Akt des Terrorismus" und versicherte, die USA würden die Hintermänner der Tat zur Rechenschaft ziehen. Hinter der Tat wurden Anhänger des gestürzten irakischen Staatschefs Saddam Hussein vermutet.

Der Anschlag demonstriere die "Verzweiflung der Feinde des irakischen Volks", erklärte Bush. "Die Terror muss und wird besiegt werden", sagte er. "Die gemeinsamen Bemühungen der Iraker und der internationalen Gemeinschaft werden Frieden und Freiheit bringen." US-Außenminister Colin Powell bezeichnete den Anschlag als "ein abscheuliches Verbrechen gegen das irakische Volk und die internationale Gemeinschaft".

Der Sprengsatz explodierte, als tausende Gläubige nach dem Freitagsgebet die Moschee verließen, die als heiligste Stätte der Schiiten in Irak gilt. Viele der Verletzten waren nach Krankenhausangaben in einem kritischen Zustand. Der irakische Verwaltungsrat rief eine dreitägige Trauerzeit aus.

Vereinten Nationen ziehen Personal ab

Unterdessen verlautete in New York, die Vereinten Nationen wollten aus Sicherheitsgründen die Zahl ihrer Mitarbeiter in Irak deutlich reduzieren. Von derzeit 400 internationalen Mitarbeitern, davon 110 in Bagdad, sollten künftig nur noch 40 bis 50 im Land bleiben. "Die wichtigsten humanitären Aufgaben werden weitergehen, darunter die Verteilung von Lebensmitteln und die Arbeit in den Krankenhäusern", sagte UN-Sprecher Stephane Dujarric. Annan hatte eine Überprüfung der Sicherheitsvorkehrungen angeordnet, nachdem bei dem Bombenanschlag auf das UN-Hauptquartier in Bagdad am 19. August 22 Menschen ums Leben gekommen waren.

Gründung einer irakischen Handelsbank angekündigt

Mit einer Verfügung weitete Bush am Freitag die Möglichkeiten aus, das Vermögen von ehemaligen irakischen Regierungsmitgliedern einzuziehen. Damit können jetzt auch Vermögenswerte von Angehörigen der Exregierungsmitglieder beschlagnahmt und für den Wiederaufbau des Landes verwendet werden, wie Bush in einem Brief an den US-Kongress erklärte.

Weiter kündigten die Alliierten in Irak die Gründung einer irakischen Handelsbank an. Die Bank werde von einem Konsortium internationaler Finanzinstitutionen unter Führung von J.P. Morgan Chase geleitet, erklärte der Direktor für wirtschaftliche Entwicklung der Verwaltungsbehörde, Peter McPherson. Die Bank soll die Zahlung von Irak bestellter Güter sicherstellen.