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Baschar al Assad Syriens Präsident verspricht Ende des Blutvergießens


Mehr als 2000 Menschen sollen in Syrien seit dem Beginn des arabischen Frühlings getötet worden sein. Jetzt will Ministerpräsident Baschar al Assad einlenken, er verspricht Reformen. Viele der Aufständischen halten das nicht für glaubwürdig und sagen, die Gewalt gehe weiter wie bisher.

Syriens Präsident Baschar al Assad hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon einem Telefongespräch versichert, die Polizei- und Militäraktionen gegen Demonstranten in seinem Land eingestellt zu haben, teilten die Vereinten Nationen mit. In dem Telefonat habe Ban seiner großen Besorgnis angesichts der jüngsten Berichte über Menschenrechtsverletzungen und Gewalt durch syrische Sicherheitskräfte Ausdruck verliehen. Ban habe außerdem gefordert, alle militärischen Operationen und Massenverhaftungen sofort zu stoppen. "Präsident Assad sagte, die Aktionen von Militär und Polizei seien beendet", hieß es in der UN-Erklärung.

Syrische Oppositionelle haben Angaben von Präsident Baschar al Assad über ein angebliches Ende der Militäroperationen dementiert. Augenzeugen sagten dem Nachrichtensender Al Arabiya, in den Städten Homs und Aleppo habe es auch am Donnerstag noch Razzien und Operationen des Militärs gegeben. Alleine am Mittwoch sollen in den Ortschaften Homs, Al Haula, Lataki, Hama und Dschabal al Sawija nach Angaben der Opposition 21 Zivilisten getötet worden sein. In Homs soll ein 17 Jahre altes Mädchen unter den Todesopfern sein. In Latakia, wo die Sicherheitskräfte in den vergangenen Tagen unter anderem ein Palästinenserlager attackiert hatte, starb den Angaben zufolge ein Palästinenser.

Seit Beginn der Proteste gegen Präsident Assad im vergangenen März sollen nach Informationen syrischer Menschenrechtler bereits rund 2000 Menschen getötet worden sein. Noch am Wochenende hatte Assad Wohngebiete durch Kriegsschiffe beschießen lassen. Eine unabhängige Überprüfung dieser Angaben durch ausländische Beobachter hat die Regierung bislang verhindert. Assad hatte am Mittwochabend auf einer Konferenz der regierenden Baath-Partei erklärt, in Syrien würden demnächst zahlreiche Reformvorhaben umgesetzt. Dies sei nicht das Ergebnis von Druck aus dem Ausland, sondern Ausdruck des Reformwillens des syrischen Volkes. Die Vereinten Nationen hatten am Mittwoch in Beirut mitgeteilt, sie hätten mehr als 20 Mitarbeiter aus Syrien abgezogen.

ono/DPA/Reuters DPA Reuters

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