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Begräbnis der Kaczynskis: Merkel und Obama sagen Teilnahme an Trauerfeier ab

Die Polen trauern um ihr verunglücktes Präsidentenpaar. Wegen der Aschewolke mussten allerdings zahlreiche Staatsoberhäupter ihre Teilnahme an der Trauerfeier absagen, darunter auch US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Wohl noch nie hat eine Naturgewalt Mensch und Maschinen so in die Schranken gewiesen: Die Aschewolke des isländischen Vulkans macht das Fliegen über fast ganz Europa weiter unmöglich. Hoffnung auf Besserung ist nach isländischen Angaben nicht in Sicht. An diesem Sonntag kommen deshalb viele Staatsgäste nicht zur Trauerfeier für Polens Präsident Lech Kaczynski und seine Frau Maria nach Krakau. Auch US-Präsident Barack Obama wird am Sonntag nicht an der Beisetzung des polnischen Präsidentenpaares teilnehmen. Wie der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs, am Samstagnachmittag (Ortszeit) in Washington bekanntgab, habe Obama der polnischen Regierung sein Bedauern über diese Entscheidung mitgeteilt und noch einmal sein Beileid ausgesprochen.

"Michelle und ich schließen das polnische Volk weiterhin in unsere Gedanken und Gebete ein", erklärte Obama. Er werde es dabei unterstützen, über die Tragödie des Flugzeugabsturzes hinwegzukommen, bei dem Polens Präsident Lech Kaczynski, seine Frau und etliche weitere Opfer am vergangenen Wochenende ums Leben gekommen waren. "Kaczynski war ein Patriot und ein enger Freund und Verbündeter der USA", so Obama in einer Erklärung. Er werde bei der Beisetzung am Sonntag vom amerikanischen Botschafter vor Ort vertreten. Obama hatte sich die Entscheidung offenbar nicht leicht gemacht und die Absage seiner Reise lange hinausgeschoben. Noch am Samstagmorgen war das Weiße Haus davon ausgegangen, dass er am späteren Abend fliegen würde.

Merkel teilte ihr Bedauern mit

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel wird bei der Trauerfeier nicht anwesend sein. Sie habe die Absage dem polnischen Außenminister Radoslaw Sikorski telefonisch "mit dem Ausdruck größten Bedauerns" mitgeteilt, hieß es. Dieser habe "vollstes Verständnis für die Absage" geäußert. Merkel ist derzeit noch auf dem Rückweg von ihrer USA-Reise. Wegen der Schließung des deutschen Luftraumes hatte sie am Freitag zunächst nach Lissabon ausweichen müssen. Vor dort flog sie am Samstag nach Rom weiter. Mit dem Auto brach sie schließlich nach Bozen auf, wo sie die Nacht zum Sonntag verbringen wollte. Als Vertreter der Bundesrepublik planen Bundespräsident Horst Köhler und Bundesaußenminister Guido Westerwelle den Besuch der Trauerfeier. Beide wollen möglicherweise per Hubschrauber von Deutschland aus unter Sichtflugbedingungen nach Krakau fliegen.

Insgesamt hätten bisher 17 Staaten für Sonntag abgesagt, sagte ein Sprecher des polnischen Außenministeriums am Samstagabend. Auch gekrönten Häuptern wie Schwedens König Carl Gustav, dem spanischen Monarchen Juan Carlos und dem britischen Thronfolger Prinz Charles machte die Aschewolke einen Strich durch ihre Reisepläne. Ursprünglich sollten zur Beisetzung des Präsidentenpaares in die südpolnische Metropole Vertreter von 98 Staaten kommen. Der Luftraum über Polen ist seit Freitag wegen der Vulkanwolke aus Island für Passagierflugzeuge gesperrt.

DPA/AP / AP / DPA