Berlusconi zittert bei Regionalwahlen Angst vor mies gelaunten Italienern


In Italien haben am Sonntag die Regionalwahlen begonnen. Bei dem zweitägigen Urnengang sind die Bewohner von 13 der insgesamt 20 Regionen zur Stimmabgabe aufgerufen.

In Italien haben am Sonntag Regionalwahlen begonnen, die als wichtiger Stimmungstest für Ministerpräsident Silvio Berlusconi gelten. Bei der Wahl geht es indirekt auch um die Regierung in Rom, denn Wirtschaftskrise und zunehmende Arbeitslosigkeit, ein neuer Korruptionsskandal sowie Ermittlungen wegen möglicher Einflussnahmen auf Fernsehberichterstattung haben Berlusconis Popularität sinken lassen. Außerdem muss der Regierungschef fürchten, dass einige seiner Anhänger ins Lager der Nichtwähler abwandern.

Der Ruf von Berlusconis Partei Volk der Freiheit (PDL) wurde vor den Wahlen durch mehrere Skandale beschädigt. Nach der Festnahme mehrerer Parteifunktionäre wegen Korruptionsvorwürfen sorgten Anfang März gefälschte Unterschriften und Fristüberschreitungen bei der Einreichung der Kandidatenlisten für die Regionalwahl für Schlagzeilen.

Der Auftakt der Wahlen verlief schleppend: Nur jeder zehnte Wahlberechtigte hatte am Sonntag bis um 12 Uhr bereits seine Stimme abgegeben. Das waren etwa drei Prozentpunkte weniger als bei den Regionalwahlen vor fünf Jahren, berichtete das Innenministerium. Die mehr als 40 Millionen Wahlberechtigten haben jedoch noch bis zum Montagnachmittag Zeit, um zur Wahl zu gehen.

Rund 41 Millionen Wahlberechtigte sind am Sonntag und Montag aufgerufen, in 13 von 20 Regionen neue Parlamente zu wählen. Umfragen zufolge könnte Berlusconis Mitte-Rechts-Koalition ihre Mehrheit in Venetien und der Lombardei verteidigen. Außerdem machen sich die Konservativen Hoffnung auf Siege in Kampanien, wo die Regierung gegen das Müllchaos in Neapel kämpfte, und im armen Kalabrien im Süden. Mit Spannung erwartet wird das Ergebnis in Latium, wo die Liste der Kandidaten von Berlusconis Partei Volk der Freiheit (PDL) aus formalen Gründen ausgeschlossen war.

Eine Niederlage für Berlusconi bei den Regionalwahlen dürfte das Kräfteverhältnis in seiner Regierung ändern und könnte eine Kabinettsumbildung zur Folge haben. Bei einem guten Abschneiden hätte der Regierungschef dagegen die Möglichkeit, umstrittene Reformen durchzubringen. Erste Ergebnisse werden für Montagabend erwartet.

AFP, APN

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