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Beschuss aus dem Libanon: Raketen schlagen in Nordisrael ein

Aus dem Libanon sind erneut drei Raketen auf den Norden Israels abgeschossen worden. Sie landeten in freiem Gelände, Opfer oder Schäden gab es nicht. Es war der zweite Vorfall seit Beginn der israelischen Offensive im Gaza-Streifen. Zur Vergeltung feuerte Israel Artilleriegranaten auf den Libanon ab.

Zum zweiten Mal binnen einer Woche sind am Mittwoch mehrere aus dem Libanon abgefeuerte Raketen in Israel eingeschlagen. Ein israelischer Polizeisprecher sagte, außerhalb der Stadt Kiriat Schmona an der Nordgrenze des Landes seien drei Katjuscha-Raketen explodiert. Es gebe allerdings weder Sachschaden noch Verletzte. Ein Armeesprecher erklärte, Israel mache Libanons Regierung und Armee verantwortlich für die Angriffe.

Der Sprecher erklärte, die Armee habe mit Artilleriefeuer auf die Raketen-Angriffe reagiert. Nach libanesischen Angaben schlugen die Granaten in mehreren grenznahen libanesischen Dörfern ein. Verletzt wurde nach ersten Informationen niemand. Die libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete unter Berufung auf Augenzeugen, nach den Attacken hätten mehrere Flugzeuge der israelischen Luftwaffe den Südlibanon überflogen.

Am vergangenen Donnerstag waren bereits drei Katjuscha-Raketen in Israel eingeschlagen. Zu dem Angriff hatte sich niemand bekannt. Die libanesischen Sicherheitskräfte nahmen fünf Palästinenser und einen Jordanier palästinensischer Herkunft als Tatverdächtige fest. Die pro-iranische Hisbollah, die 2006 einen 33-tägigen Krieg gegen Israel geführt hatte, hatte vergangene Woche erklärt, sie habe nichts mit der Attacke zu tun gehabt.

Israel setzte unterdessen in der Nacht seine Angriffe im Gaza-Streifen fort. Die Luftwaffe habe in dem Palästinensergebiet am Mittelmeer insgesamt 60 Ziele angegriffen, bestätigte ein Militärsprecher. Es seien etwa 35 Tunnel beschossen worden, die dem Waffenschmuggel dienten. Zudem habe die Luftwaffe mehrere Waffenlager bombardiert. Bei den seit 19 Tagen anhaltenden Kämpfen zwischen der israelischen Armee und der Hamas im Gaza-Streifen sind bisher knapp 1000 Menschen ums Leben gekommen.

Am Mittwoch kam auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in die Region, um sich in die Verhandlungen um ein Ende der Gewalt einzuschalten. Er traf zum Auftakt seiner Nahost-Reise in Ägypten ein, um mit Präsident Mubarak über dessen Initiative für eine Waffenruhe zu sprechen. Weitere Stationen seiner Reise sind Jordanien, Israel, das Westjordanland, der Libanon, Syrien und Kuwait.

Vor dem Beginn seiner Nahost-Reise hatte Ban humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung im Gaza-Streifen verlangt. Eine UN-Sprecherin sagte am Mittwoch, Ban werde auf uneingeschränkte Hilfe bestehen. Am Vortag hatte sich der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Jakob Kellenberger, bei einem Besuch in dem Palästinenser-Gebiet schockiert über die Lage der Zivilbevölkerung gezeigt.

DPA/AP/Reuters / AP / DPA / Reuters