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Besuch in Afghanistan: US-Außenminister Kerry trifft Karsai

Vor zwei Monaten trat er sein Amt an, nun besucht John Kerry zum ersten Mal als Außenminister Afghanistan. Der US-Demokrat will mit Präsident Karsai und Vertretern der Zivilgesellschaft diskutieren.

Der neue US-Außenminister John Kerry ist am Montag zu einem ersten Besuch in Afghanistan eingetroffen. Aus US-Regierungskreisen verlautete, es seien Gespräche mit Präsident Hamid Karsai über die Stabilisierung des Landes vor dem Abzug der Nato-Truppen bis Ende 2014 geplant. Es solle über die Übertragung der Sicherheitsverantwortung an die Afghanen und auch den Aussöhnungsprozess mit den radikal-islamischen Taliban gesprochen werden, hieß es weiter.

Auch mit Vertretern der Zivilgesellschaft wolle Kerry zusammenkommen. Mit ihnen wolle er diskutieren, wie die Fortschritte der vergangenen zehn Jahre erhalten werden könnten. Ebenfalls am Montag hatten die US-Truppen ihr berüchtigtes Gefängnis in Bagram vollständig an die Afghanen übergeben. Monatelange Verzögerungen bei der Übergabe hatten für heftigen Streit zwischen Kabul und Washington gesorgt.

Besuch aus Sicherheitsgründen unangekündigt

Die US-Botschaft machte keine Angaben dazu, wann Außenminister Kerry welche Termine wahrnehmen und wie lange er sich in Afghanistan aufhalten werde. Der Besuch war aus Sicherheitsgründen vorab nicht angekündigt worden. Kerry war Anfang Februar als Außenminister vereidigt worden. Er hat Afghanistan und auch das benachbarte Pakistan bereits als Senator besucht. Am Sonntag war Kerry in der irakischen Hauptstadt Bagdad gewesen. Zuvor hatte Washingtons Chefdiplomat US-Präsident Barack Obama auf einer viertägigen Nahostreise durch Israel, das Westjordanland und Jordanien begleitet.

Afghanistan dringt auf Verhandlungen mit den Taliban, die sich zu zahlreichen Anschlägen am Hindukusch bekannt haben. Präsident Hamid Karsai soll in den kommenden Tagen nach Katar reisen, wo er auch über die Eröffnung eines Taliban-Verbindungsbüros für mögliche Verhandlungen sprechen soll.

nw/Reuters/DPA / DPA / Reuters
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