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Birma: Muskelspiel der Militärs

Die Festnahme der Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi hat weltweit Besorgnis ausgelöst. Ein Jahr nach ihrer Entlassung aus dem Hausarrest war die Friedensnobelpreisträgerin während einer Reise durch Birma in "Schutzhaft" genommen worden.

Das birmanische Militärregime hat am Dienstag Berichte über eine Verletzung von Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi dementiert. Nach weltweiter Kritik an der Festnahme der Politikerin traf Außenminister Khin Maung Win in Rangun mit Diplomaten mehrerer Staaten zusammen. Den Aufenthaltsort der Friedensnobelpreisträgerin gab er nicht bekannt. Suu Kyi sei an einen sicheren Ort gebracht worden, sagte der Minister nach Angaben eines Diplomaten.

Die Festnahme begründete die Junta mit Zusammenstößen zwischen Anhängern der Opposition und der Regierung im Norden des Landes. Dabei sollen am Samstag vier Menschen getötet und 50 verletzt worden sein. Neben Suu Kyi wurden 19 weitere Mitglieder ihrer Nationalen Liga für Demokratie (NLD) der Regierung zufolge in "Schutzhaft" genommen worden.

Bush fordert Freilassung Kyis

US-Präsident George W. Bush erklärte am Montag, er sei tief besorgt über das Schicksal Suu Kyis. "Wir haben die birmanischen Behörden aufgefordert, alle politischen Häftlinge freizulassen und der Bevölkerung ein besseres Leben zu bieten, ein Leben in Freiheit", sagte Bush. Forderungen nach der Freilassung der Oppositionsführerin kamen auch von der Europäischen Union, aus Großbritannien, Australien und Japan. UN-Generalsekretär Kofi Annan erklärte, Suu Kyi müsse erlaubt werden, im Versöhnungsprozess in Birma eine Rolle zu spielen.

Birma steht seit vier Jahrzehnten unter Militärherrschaft. Die gegenwärtige Führung ist seit 1988 an der Macht. 1990 gab es zwar eine Wahl, doch wurde die siegreiche NLD an der Übernahme der Regierung gehindert. Nach der Aufnahme eines Dialogs zwischen Militärregierung und Opposition war Suu Kyi im Mai vergangenen Jahres unter starkem internationalen Druck nach 19 Monaten aus dem Hausarrest entlassen worden.