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Blutige Krawalle in Ägypten: Zwei Tote nach Protesten in Alexandria

In der Hafenstadt Alexandria gehen Anhänger und Gegner von Mursi aufeinander los. Am Morgen war Haftbefehl gegen den Ex-Präsidenten erlassen worden, woraufhin es im ganzen Land zu Demonstrationen kam.

Bei Zusammenstößen zwischen Gegnern und Unterstützern des gestürzten ägyptischen Präsidenten #link;Mohammed Mursi;Mohammed Mursi# sind in Alexandria zwei Menschen getötet worden. Dies berichtete das Nachrichtenportal "Al-Ahram" unter Berufung auf Krankenhausärzte in der ägyptischen Mittelmeerstadt. Medienberichten zufolge hatten Gegner des Islamisten Mursi einen Demonstrationszug der Mursi-Anhänger angegriffen. Beide Seiten hätten Steine geworfen und mit Schrotgewehren geschossen. Nach früheren Angaben des Gesundheitsministeriums wurden 15 Menschen verletzt. Die staatliche Nachrichtenagentur Mena sprach von 19 verletzten Personen.

Am Freitag gingen im ganzen Land Zehntausende Menschen auf die Straße, um für oder gegen das Militär zu demonstrieren, das Mursi Anfang des Monats abgesetzt hatte. Zu Ausschreitungen kam es bislang nur am Rande.

Auch aus der Stadt Damietta im Nildelta wurden Zusammenstöße gemeldet. In der Hauptstadt Kairo hielten sich beide Lager bis zum frühen Abend zurück. Die Konfrontation zwischen Anhängern der Armee und Mursis wurden zusätzlich durch einen Haftbefehl gegen den ersten demokratisch gewählten Präsidenten des Landes angeheizt. Dem Islamisten werden Mena zufolge Verschwörung mit der radikalen Hamas und die Tötung von Soldaten zur Last gelegt. Seit dem Sturz Mursis Anfang Juli starben bei Krawallen rund 200 Menschen.

Proteste in Tunesien nach Ermordung eines Opositionellen

In Tunesien wachsen derweil die Spannungen zwischen den Anhängern der moderat-islamischen Regierung und der westlich orientierten Opposition. Grund ist die Ermordung eines zweiten Oppositionspolitikers binnen sechs Monaten. Tausende Oppositionelle gingen am Freitag in Tunis auf die Straße und forderten die Absetzung der Regierung. "Nieder mit der Herrschaft der Muslimbruderschaft", skandierten sie.

Auch Anhänger der regierenden Ennahda-Partei, die sich an den Muslimbrüdern orientiert, formierten sich zu Tausenden. Der am Donnerstag vor seinem Haus erschossene Mohamed Brahmi wurden nach Regierungsangaben mit derselben 9mm-Waffe getötet wie im Februar der Oppositionspolitiker Chokri Belaid. Innenminister Lotfi Ben Jeddou machte eine radikale Salafistengruppe für die Attentate verantwortlich.

anb/DPA/Reuters / DPA / Reuters