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Meinung

Lehrstück für die EU: Das Brexit-Chaos zeigt, was populistische Politik anrichten kann

Mit Halbwahrheiten und dem Versprechen einfacher Lösungen haben Populisten und Brexiteers Großbritannien in ein schier auswegloses Chaos gestürzt. Das sollte allen eine deutliche Mahnung sein.

Historische Niederlage: Mays Brexit-Plan scheitert im Parlament – nun Misstrauensvotum

"Humbug!" Man sieht ihn fast vor sich. Ebenezer Scrooge, den hartherzigen Geizkragen aus Charles Dickens' berühmter "Weihnachtsgeschichte", wie er so etwas wie das Brexit-Chaos dieser Tage kurz und bündig als das abtut, was es ist: "Humbug!" Große Literatur ist eben zeitlos, wie sich hier einmal mehr erweist - zumindest im Detail.

Vielleicht hätte Premierministerin Theresa May während der vergangenen Feiertage mal wieder ihren Dickens zur Hand nehmen sollen. Dann hätte sie eine Ahnung davon bekommen, dass Sturheit und Starrsinn unglücklich und einsam machen. Beides ist sie nach ihrem Brexit-Debakel nun - jedenfalls in politischer Hinsicht. Und vielleicht hätte die Lektüre sie ja daran erinnert, dass sie sich verbissen für etwas verkämpft, das sie eigentlich selbst gar nicht wollte. Es gehört ja zu den verrückten Details dieses irrwitzigen Polit-Schauspiels, dass May ursprünglich gegen einen Austritt war.

Brexiteers haben sich aus Verantwortung gestohlen

Dass sie trotzdem als Premierministerin den Willen des Volkes vehement vertritt, zeugt von einer starken demokratischen Gesinnung. Zum Opfer jener Populisten, die vor Jahren die ganze Misere ins Rollen gebracht haben, ist sie durch das beispiellose Scheitern ihres Brexit-Deals mit der EU trotzdem geworden. So wie das gesamte Königreich. Man werde durch den Austritt aus der EU die volle Kontrolle über das eigene Land zurück erlangen, versprachen die Brexiteers einst vollmundig. Geworden ist daraus ein ausgewachsener Kontrollverlust. Niemand kann im Moment sagen, wohin das Vereinigte Königreich steuert, schon gar nicht die Briten selbst.

Jene Figuren, die den Briten und der gesamten EU den ganzen Schlamassel eingebrockt haben - allen voran Ukip-Mann Nigel Farage und Ex-Außenminister Boris Johnson - haben sich längst aus der Verantwortung gestohlen. Zurückgelassen haben sie ihr Land im Ungewissen, und die Partner gleich mit.

Auch Cameron hat seinen Anteil am Chaos

Werden Tausende Andalusier künftig nicht mehr im britischen Gibraltar arbeiten können? Was wird aus kleinen Läden, Eigentumswohnungen oder der Altersversorgung, die Briten in EU-Ländern oder Bürger anderer EU-Länder im Vereinigten Königreich erworben und betrieben haben? Führt ein harter Brexit zu einer ausgewachsenen Wirtschaftskrise? Welche Waren werden teurer, vielleicht zu teuer für ein einträgliches Geschäft? Und nicht zuletzt: Kommt es in Nordirland erneut zu Terror und Gewalt, wenn durch den Brexit wieder eine echte Grenze zwischen der britischen Provinz und dem EU-Mitglied Irland entsteht? Weitreichende und bohrende Fragen, die sich stellen, weil Populisten sich und vielen Briten weismachen konnten, dass sich das alles vom Tisch wischen ließe, wäre man nur entschlossen und rücksichtslos genug - bewusst darüber hinweg täuschend, dass es in unserer immer komplexer werdenden Welt keine einfachen Lösungen mehr geben kann.

Eine Tonart, der auch David Cameron 2016 mehr und mehr verfiel. Er beging damit den auch hierzulande schon zu beobachtenden Kardinalfehler, durch Übernahme populistischer Argumentationen eben jenen Populisten den Wind aus den Segeln nehmen zu wollen. Mit dem Bürgerentscheid wollte Theresa Mays Vorgänger im Amt des Premierministers die Brexit-Frage ein für allemal von der Tagesordnung bekommen. Cameron verrechnete sich gründlich, trat als Regierungschef zurück und sieht sein Land seither in rauhem Fahrwasser. Bereuen will er die Entscheidung fürs Referendum trotzdem nicht; vielleicht wäre das auch zu schmerzhaft.

Brexit ist schädlich für alle Seiten

Das Brexit-Chaos zeigt beispielhaft, wohin populistische Politik ein Land bringen kann. Für die EU ist es eine deutliche Mahnung, den Fehler Camerons nicht zu wiederholen. Insofern ist die Haltung der Union, den Briten nach intensiven Verhandlungen nicht weiter entgegen kommen zu wollen, konsequent und richtig. Denn auch von Seiten der EU muss ab einem bestimmten Punkt klar sein: Raus ist raus! Dass das Ausscheiden der Briten aus dem Europäischen Projekt für alle Beteiligten schädlich sein wird, ist in Brüssel, Berlin, Paris oder Wien jedem klar. Der Brexit ist und bleibt: "Humbug!"

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.