Bush-Besuch Der "gute Freund" hält London auf Trab


US-Präsident George W. Bush ist während seines Besuches in Großbritannien von Königin Elizabeth II. im Buckingham Palace willkommen geheißen worden.

US-Präsident George W. Bush ist zum Auftakt seines dreitägigen Besuches in Großbritannien am Dienstagabend vom Thronfolger des britischen Königshauses, Prinz Charles in Empfang genommen worden.

Erste Protestzüge

Zum Zeitpunkt seiner Ankunft auf dem Londoner Flughafen Heathrow bildeten im Zentrum der britischen Hauptstadt rund tausend Gegner des von den USA und Großbritannien angeführten Irak-Feldzuges einen ersten Protestzug. Der Besuch des US-Präsidenten ist von beispiellosen Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Rund 14.000 Sicherheitskräfte sind im Einsatz. Prinz Charles geleitete Bush und dessen Frau Laura per Hubschrauber zum Buckingham-Palast, der Londoner Residenz der Königin, wo das Präsidentenpaar bis Freitag übernachten wird.

Empfang bei der Queen

Königin Elizabeth II. und ihr Gemahl Prinz Philip haben US-Präsident George W. Bush und dessen Frau Laura am Buckingham Palast in London offiziell in Großbritannien willkommen geheißen. Bei der Ankunft Bushs wurden 41 Salutschüsse abgegeben und beide Nationalhymnen gespielt. An der Zeremonie in einem eigens errichteten, in den Farben rot-weiß-blau gehaltenen Pavillon nahmen auch Premierminister Tony Blair, weitere Mitglieder der britischen Regierung sowie US-Außenminister Colin Powell und US-Sicherheitsberaterin Condoleeza Rice teil.

Im Laufe des Tages will das Präsidentenpaar Angehörige von britischen Opfern der Anschläge am 11. September 2001 in den USA treffen. Am Abend findet zu ihren Ehren im Königspalast ein Staatsbankett statt. Mit dem britischen Premierminister Tony Blair trifft er am Donnerstag zusammen.

100.000 Demonstranten erwartet

Bush und Blair haben den Besuch bereits vor Monaten und in der Hoffnung geplant, ihren gemeinsamen Sieg über den irakischen Präsidenten Saddam Hussein Bush feiern zu können. Fast tägliche Angriffe auf die Besatzungstruppen im Irak haben jedoch den Wunsch nach Feiern gedämpft. Die beiden Verbündeten erwarten in den kommenden Tagen Massenproteste. Allein am Donnerstag werden bis zu 100.000 Demonstranten in London erwartet. Der Londoner Bürgermeister Ken Livingstone hatte Bush als "die größte Gefahr auf diesem Planeten" bezeichnet und erklärt, er würde Bush nicht einmal, wenn er darum gebeten werde, die Hand reichen.

Bush werde dem britischen Volk sagen, dass es Zeiten gebe, in denen der Gebrauch militärischer Gewalt unvermeidlich sei, sagte ein hochrangiger Regierungsbeamter an Bord der Präsidentenmaschine auf dem Weg nach London. "Die Geschichte hat gezeigt, dass es Zeiten gibt, in denen Länder Gewalt gebrauchen müssen, um den Frieden und ihre Werte zu verteidigen und er wird sagen, dass wir (dies) anzuerkennen haben", sagte der Regierungsvertreter.

Eine Mehrheit der Briten war gegen den Einmarsch in den Irak, weshalb der britische Premierminister Tony Blair innenpolitisch stark unter Druck geraten ist. Jüngsten Umfragen zufolge begrüßt jedoch eine Mehrheit der Briten den Bush-Besuch. 62 Prozent der von der links-orientierten Zeitung "Guardian" Befragten betrachten Amerika zudem "als eine gute, nicht böse Kraft in der Welt".

Reporter in den Palast eingeschleust

Ein britischer Zeitungsreporter hat erschreckende Sicherheitslücken im Vorfeld des Staatsbesuchs von US-Präsident George W. Bush in London aufgedeckt. Wie der "Daily Mirror" am Mittwoch berichtete, konnte sich ihr Reporter Ryan Perry trotz der beispiellosen Sicherheitsmaßnahmen vor zwei Monaten mit gefälschten Unterlagen eine Anstellung im Buckingham Palast als Diener verschaffen. "Wenn ich ein Terrorist mit der Absicht, die Queen oder Bush umzubringen, gewesen wäre, hätte ich dies mit Leichtigkeit machen können", behauptet der Reporter, der nach den Angaben den Palast erst nach der Ankunft Bushs am Dienstagabend verließ.

Die Zeitung zeigte von Perry aufgenommene Fotos aus dem Schlafzimmer des Präsidentenpaares oder den Frühstückstisch von Königin Elizabeth II. An diesem Mittwochmorgen hätte er Mitgliedern der US-Delegation wie Sicherheitsberaterin Condoleeza Rice und Außenminister Colin Powell das Frühstück serviert, hieß es weiter. Seitens der Regierung, des Buckingham Palastes und der Polizei gab es zunächst keine Reaktion auf den Bericht.

Sieben Millionen Euro Kosten

Am Dienstagabend waren Bush und seine Frau Laura am Flughafen London-Heathrow von Thronfolger Prinz Charles empfangen worden. Für den bis Freitag dauernden Staatsbesuch lief eine für die britische Insel beispiellose Sicherheitsoperation unter Beteiligung von insgesamt 14 000 Polizisten an, um den Präsidenten vor Terroristen zu schützen. Die Sicherheitsmaßnahmen sollen etwa fünf Millionen Pfund (sieben Millionen Euro) kosten.

AP AP

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