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Comeback für Tea Party: Politisches Erdbeben erschüttert US-Vorwahlen

Eric Cantor war einer der Politstars der Republikaner - bis er von einem politischer Nobody bei Kongress-Vorwahlen geschlagen wurde. Der Sieger gehört der ultrakonservativen Tea-Party-Bewegung an.

Fünf Monate vor den US-Kongresswahlen hat der Mehrheitsführer im US-Repräsentantenhaus, Eric Cantor, bei den Vorwahlen der Republikaner eine schwere Niederlage erlitten. Der zum konservativen Parteiflügel zählende Cantor verlor am Dienstag im Kreis Richmond im Bundesstaat Virginia deutlich gegen den bisher weitgehend unbekannten Kandidaten Dave Brat. Der steht im Parteienspektrum noch weiter rechts und gehört der ultrakonservativen Tea-Party-Bewegung an.

Der 51 Jahre alte Cantor war einer der Politstars der Republikaner. Er galt als möglicher Nachfolger für den Vorsitzenden des Abgeordnetenhauses, John Boehner. Sein erfolgreicher Widersacher ist Wirtschaftsprofessor und Politik-Neuling. Brat hatte Cantor im Wahlkampf vorgeworfen, konservative Ansichten nicht genügend zu vertreten und beim Thema Einwanderung nicht hart genug zu sein.

Mit der Niederlage von Cantor und dem Sieg eines Tea-Party-Kandidaten werden nach Einschätzung der "New York Times" Fortschritte in Richtung einer dringend notwendigen Einwanderungsreform deutlich erschwert. Im Kern geht es darum, fast zwölf Millionen illegalen Arbeitern, die zumeist seit Jahren im Land leben, einen Weg in die Legalität zu ebnen.

Eine der größten Wahl-Überraschungen

Die Tea Party hat sich nach einer Reihe von Niederlagen im Vorwahlkampf jetzt eindrucksvoll zurückgemeldet. Der Sender CNN sprach von einem "politischen Erdbeben". Brats Erfolg dürfte der ideologisch stark ausgerichteten Tea-Party-Bewegung neuen Auftrieb geben, sagte CNN-Expertin Dana Bash in einer ersten Analyse. Eine erhoffte Annäherung der Tea Party an gemäßigtere Positionen sei damit auch erst einmal vom Tisch.

Politikprofessor Larry Sabato von der University of Virginia sprach in der Zeitung "Richmond Times-Dispatch" von einer der größten Wahl-Überraschungen in der jüngeren US-Politik.

Cantor gestand im Gespräch mit CNN seine Niederlage ein. "Es ist zwar enttäuschend, aber ich glaube an dieses Land. Ich glaube, dass hinter der nächsten Ecke für uns alle eine Chance wartet."

In den USA finden im November Kongresswahlen statt. Bei den Vorwahlen geht es darum, wer für die Abstimmung im November aufgestellt wird.

ivi/DPA / DPA