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Wahlkampfkundgebung trotz Corona Trump-Fans müssen schriftlich bestätigen, dass sie auf eigenes Risiko jubeln

Donald Trump Ende Januar bei einer Wahlkampfveranstaltung in Des Moines im US-Bundesstaat Iowa
Genießt den Jubel der Menge: Donald Trump, hier Ende Januar bei einer Wahlkampfveranstaltung in Des Moines im US-Bundesstaat Iowa
© Charlie Neibergall
Nach monatelanger Pause will US-Präsident Donald Trump wieder Wahlkampfveranstaltungen mit Tausenden Anhängern abhalten - trotz Coronavirus-Pandemie. Dass die nicht überstanden ist, erfahren die Trump-Fans gleich beim Anmelden.

US-Präsident Donald Trump will erstmals seit mehr als drei Monaten wieder eine Wahlkampfkundgebung abhalten. Voraussichtlich am Freitag kommender Woche will der 73-Jährige in Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma vor mehreren Tausend Anhängern sprechen - und das, obwohl die Coronakrise in den USA längst nicht überstanden ist. Trumps Sprecherin, Kayleigh McEnany, versicherte in Hinblick auf die Pandemie, man werde für die Sicherheit der Teilnehmer sorgen.

Zunächst einmal sorgt das Wahlkampfteam des Präsidenten aber für seine eigene Sicherheit - zumindest juristisch. Wer an der Veranstaltung in Tulsa teilnehmen möchte, muss bei der Anmeldung erklären, dass er oder sie sich der Gefährdung durch das Coronavirus bewusst ist und auf eigenes Risiko im Bank of Oklahoma Center, einer Mulitfunktionshalle mit fast 20.000 Plätzen, erscheint.

"Indem Sie unten auf Registrieren klicken, erkennen Sie an, dass an jedem öffentlichen Ort, an dem sich Personen aufhalten, ein inhärentes Risiko der Exposition gegenüber Covid-19 besteht", heißt es auf dem Anmeldeformular. "Durch Ihre Teilnahme an der Kundgebung übernehmen Sie und alle Gäste freiwillig alle Risiken im Zusammenhang mit der Exposition gegenüber Covid-19 und sagen zu, Donald J. Trump for President, Inc.; BOK Center; ASM Global oder jegliche mit ihnen verbundene Unternehmen, Direktoren, leitende Angestellte, Mitarbeiter, Vertreter, Auftragnehmer oder freiwillige Helfer nicht für Krankheiten oder Verletzungen haftbar zu machen."

Donald Trump plant weitere Auftritte 

Während Bon Jovi, Justin Bieber und andere Künstler ihre für diesen Sommer geplanten Konzerte im BOK Center wegen Sars-CoV-2 auf unbestimmte Zeit verschoben haben, tritt also nun Donald Trump in Tulsa auf. Und in Florida, Arizona und North Carolina hat der Republikaner weitere Veranstaltungen geplant.

Die Anmeldung für die Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump in Tulsa, Oklahoma
Die Anmeldung für die Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump in Tulsa, Oklahoma
© Screenshot events.donaldjtrump.com

"Wir wissen, dass der Präsident sehr erpicht darauf ist, wieder rauszugehen und diese Kundgebungen abzuhalten, und das wird zeigen, wie begeisternd seine Kampagne ist", sagte der Kommunikationsdirektor von Trumps Wahlkampfteam, Tim Murtaugh, dem US-Sender Fox News. Kritik daran wies Murtaugh zurück. Trump-kritische Medien hätten sich auch nicht daran gestört, dass bei den Demonstrationen nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd Corona-Schutzmaßnahmen ignoriert worden seien.

Trump lässt Zäune um das Weiße Haus in Washington DC errichten.

Die Corona-Pandemie ist in den USA noch nicht überwunden. In einigen Bundesstaaten gibt es wieder teilweise stark ansteigende Infektionszahlen. Laut der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore betrifft dies unter anderem Arizona, Utah, Arkansas, South Carolina und Nevada im Süden des Landes. In ehemaligen Brennpunkten wie New York und seinen Nachbarregionen gehen die Zahlen aber weiterhin zurück.

Trump ist durch seinen Umgang mit der Coronavirus-Pandemie und zuletzt durch die landesweiten Anti-Rassismus-Proteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd unter Druck geraten. In Umfragen liegt der Republikaner klar hinter seinem designierten demokratischen Herausforderer Joe Biden. Allerdings sind Umfragen fünf Monate vor der Präsidentschaftswahl am 3. November mit großen Unsicherheiten behaftet.

Quellen: Donald J. Trump for PresidentBank of Oklahoma CenterFox NewsJohns-Hopkins-Universität


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