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Demokraten-Konvent: Die auf den Bush klopfen

Hochkarätig die Redner, hart die Worte: Am ersten Tag des Parteikonvents der Demokratischen Partei der USA holten Bill Clinton, Jimmy Carter, Al Gore und andere zum Rundumschlag gegen die Bush-Regierung aus.

Die amerikanischen Demokraten wollen bei einem Wahlsieg ihres Präsidentschaftskandidaten John Kerry die "Spaltung der US-Gesellschaft" und die "wachsende Isolation der USA in der Welt" überwinden. Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton warf am ersten Tag des demokratischen Wahlparteitags in Boston (US-Bundesstaat Massachusetts) seinem Nachfolger George W. Bush vor, die USA tief gespalten und die sozialen Gegensätze verschärft zu haben. Obwohl fast alle Redner die Politik des amtierenden Präsidenten scharf kritisierten, fiel der Name Bush nur wenige Male.

Anstatt nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 die Chance zu nutzen, die Welt im Kampf gegen den Terror zu einen, habe Bush "sich für Unilateralismus entschieden", sagte Clinton. Ein Präsident Kerry, der ein "visionärer, mutiger Führer (...) und wahrer Patriot" sei, werde auf globale Zusammenarbeit setzen, damit die USA nur "allein handeln, wenn es denn unbedingt sein muss", sagte Clinton am späten Abend (Ortszeit) vor den 4350 Delegierten und mehr als zehntausend Journalisten und Gästen in der riesigen Sportarena des "Fleet-Center".

"Fehleinschätzungen und Fehler"

Der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter machte Bush "mit seinen Fehleinschätzungen und Fehlern" für den Ansehensverlust der USA in der Welt verantwortlich. Die USA hätten manches Vertrauen verspielt. Um dem Anspruch als Führungsmacht gerecht zu werden, sei es wichtig, im Inneren die Bürgerrechte zu schützen und in der Welt für Menschenrechte einzustehen.

Kerry würde nach den Worten von Senatorin Hillary Clinton "die Welt führen und sie nicht von uns entfremden". Die USA befänden sich zurzeit in "großer Gefahr, aber auch großer Hoffnung". Kerry sei in der Lage, die Zerrissenheit der US-Gesellschaft zu überwinden. Clinton setzte sich für ein starkes Amerika ein, das seine Truppenstärke erhöhen müsse.

"Irak mit El Kaida verwechselt"

Der Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten vor vier Jahren, Al Gore, kritisierte Bushs Strategie im Kampf gegen den Terrorismus. "Wir werden nicht sicherer leben, solange wir einen Präsidenten haben, der El Kaida mit dem Irak verwechselt", sagte Gore. Die USA bräuchten eine neue politische Führung. Mit Kerry als starken und verlässlichen Präsidenten bestehe die Chance, die Fehler der letzten Jahre zu korrigieren, sagte Gore vor den jubelnden Delegierten. "Die Stärke unseres Systems ist, dass wir unseren Kurs ändern können, wenn wir erkennen, dass er falsch war", sagte Gore. Gore hatte die Präsidentenwahl vor vier Jahren äußerst knapp und unter umstrittenen Umständen verloren.

Auf dem viertägigen Parteitag wird der Präsidentschaftskandidat der Partei, Kerry, offiziell gekürt. Seine mit besonderer Spannung erwartete Rede wird Kerry am Donnerstag halten. Am Dienstagabend werden neben anderen Senator Edward Kennedy und der frühere Gouverneur von Vermont, Howard Dean, die Hauptredner sein.

DPA / DPA