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Inhaftierter Journalist Deniz Yücel meldet sich mit Brief aus der Haft

Deniz Yücel
Der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel befindet sich seit dem 14. Februar in der Türkei in haft.
© Can Merey/DPA
Dem in Istanbul inhaftierten deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel drohen bis zu zehneinhalb Jahre Haft. Nun hat er sich über seinen Anwalt bei seinen Unterstützern bedankt - mit einem kurzen Schreiben.

Der in Istanbul inhaftierte deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel hat sich über seinen Anwalt mit einer kurzen Botschaft an seine Freunde und Unterstützer gewandt. "Glaubt mir: Es tut gut, verdammt gut", hieß es in der handschriftlichen Notiz an die Adresse derjenigen, die sich für seine Freilassung einsetzen. Der Text wurde von der Zeitung "Die Welt" veröffentlicht, für die Yücel bisher als Korrespondent tätig war. Yücel schrieb die Notiz laut "Welt" in der Untersuchungshaftanstalt Metris, kurz bevor er am Vormittag in das Gefängnis Silivri, ebenfalls in Istanbul, verlegt wurde. Dem Blatt zufolge sollen dort ähnliche Bedingungen herrschen wie in Metris.

Hier der gesamte Brief im Wortlaut:

Hallo Welt,

nach 13 Tagen in Polizeihaft bin ich nun im Gefängnis Istanbul-Metris. Es mag sich merkwürdig anhören, aber mir kommt es so vor, als hätte ich ein kleines Stück meiner Freiheit zurückgewonnen: Tageslicht! Frische Luft! Richtiges Essen! Tee und Nescáfe! Rauchen! Zeitungen! Ein echtes Bett! Eine Toilette für mich alleine, die ich aufsuchen kann, wann ich will. Tagsüber – wenn ich will – Küche und Hof mit einer Handvoll politischer Häftlinge, abends eine Zelle für mich allein. Hier werde ich nicht lange bleiben, aber es ist okay. Und obwohl sie mich meiner Freiheit beraubt, bringen mich das Verhör und die Urteilsbegründung noch immer zum Lachen. Ich muss jetzt abbrechen. Aber ich danke allen Freunden, Verwandten, Kollegen, und allen, die sich für mich einsetzen. Glaubt mir: Es tut gut, verdammt gut.

Herzlich,

Deniz

Yücel drohen zehneinhalb Jahre Haft

Nach Auskunft seines Anwalts drohen Yücel zehneinhalb Jahre Haft. Dies sei die Höchststrafe für Volksverhetzung und "Terrorpropaganda", die dem deutsch-türkischen Journalisten zur Last gelegt werden, sagte der Rechtsanwalt Anwalt Veysel Ok der Nachrichtenagentur AFP. Dieser legte demnach Einspruch gegen die Untersuchungshaft für Yücel ein. Der Journalist hatte sich am 14. Februar freiwillig der Polizei gestellt.

amt AFP

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