morgenstern
Der Nahostkonflikt eskaliert wieder – hört das denn nie auf?

Irankrieg: Eine Rakete über Hebron
Am späten Sonntagabend griff der Iran erstmals seit April wieder Israel an
© Anadolu Agency / Imago Images

Debattieren Sie mit!

  • Mit stern-Account aktiv an allen Debatten teilnehmen und kommentieren.
Jetzt registrieren
Wieder eskaliert der Irankrieg. Vier Fußball-Zwerge erfüllen sich den Traum vom WM-Debüt. Und: Wird Friedrich Merz zum Friedenskanzler? Die Lage am Morgen.

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

mein Name ist Phil Göbel, ich bin Nachrichtenredakteur beim stern. Nachdem der Kollege Eugen Epp sie in den vergangenen Wochen aus Tokio täglich mit dem morgenstern auf den neuesten Stand gebracht hat, haben wir nun für vier Wochen das Vergnügen. Ich habe meine Zelte auf Koh Samui, Thailand, aufgeschlagen. 

Und glauben Sie mir eines: ich hätte in meiner ersten Ausgabe gerne über ein anderes Thema geschrieben, als ich es nun tun muss. Der Nahostkonflikt eskaliert aufs Neue. Am späten Sonntagabend hat der Iran erstmals seit der beschlossenen Waffenruhe im April wieder Raketen auf Israel geschossen. Das wiederum antwortete mit Angriffen auf den Iran.

Was folgte, kennen wir aus den vergangenen Monaten bereits zu Genüge: Gegenseitige Drohungen, die Schließung des Luftraums, internationale Aufforderungen, die Angriffe zu beenden und die Eskalation zu stoppen.

Trump will „absolut das Sagen“ haben im Irankrieg

Immer wieder wenn ich mit Freunden über meinen Job spreche, kommt die Frage: „Wie hältst du das eigentlich aus? Ständig diese ganzen schlechten Nachrichten ...“ Zugegeben, auch wenn ich behaupten würde, dass ich einen der schönsten Berufe der Welt habe, und ich versuche immer einen möglichst professionellen Blick auf die Weltlage zu behalten, wäre es bigott zu sagen, dass auch mich nicht regelmäßig ein Gefühl von Weltschmerz befällt.

Als ich heute morgen nach einer Jetlag-bedingten kurzen Nacht aufgewacht bin und mein Smartphone mich mit all den Push-Nachrichten zum Angriff anschrie, kam auch mir der Gedanke: „Hört das denn nie auf?“ 

Natürlich ist mir bewusst, dass dieser Konflikt, solange er schon schwelt, nicht von heute auf morgen beendet werden kann. Auch wenn US-Präsident Donald Trump in den vergangenen Wochen nicht müde wurde, genau das großspurig zu versprechen. Doch wenn wir uns bei Trump auf eines verlassen können, dann wohl darauf, dass wir uns bei ihm auf nichts verlassen können. 

Immer wieder hatte er angekündigt, der Iran müsse „seine Bedingungen“ für einen Frieden und die Öffnung der Straße von Hormus akzeptieren. Nach den neuerlichen Angriffen schlägt das Pendel offenbar wieder in die andere Richtung. Im Interview mit der „Financial Times“ erklärte Trump, Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu müsse einem künftigen Abkommen zwischen der USA und dem Iran zustimmen. „Er wird keine Wahl haben“, so der US-Präsident. Und betonte in gewohnter Manier: „Ich habe das Sagen. Ich habe absolut das Sagen. Er hat nicht das Sagen.“

Wer das Sagen hat und wer nicht, wer Recht hat und wer Unrecht – es wirkt einmal mehr wie ein Streit von ein paar Raufbolden auf dem Schulhof. Es ist zum Verrücktwerden.

Als ich mich heute morgen an den Schreibtisch gesetzt und angefangen habe, diese Zeilen zu schreiben, kam mir ein Song des Künstlers Fortuna Ehrenfeld in den Kopf. Darin heißt es: „Multiplied by zero, alles gegen null. Müd' vom Eskalieren. Und vom Krieg die Schnauze voll.“ 

Ich halte es für einigermaßen unwahrscheinlich, dass auch nur einer der Beteiligten den Song kennt. Vielleicht wird es Zeit, dass die älteren Herren sich mal mit deutscher Popmusik auseinandersetzen. 

Bleiben Sie zuversichtlich!

Wenn Träume wahr werden: Diese Länder sind erstmals bei der WM dabei

Genug von Krieg und Weltschmerz: Ab Donnerstag sind praktisch alle Menschen der Welt eingeladen, sich mit der vielleicht schönsten Nebensache der Welt abzulenken. Die Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko startet. Wenn man Profifußballer nach ihren Träumen fragt, ist eigentlich eine Antwort bei allen gleich: Einmal für das eigene Land bei einer Weltmeisterschaft antreten. 

Ob dieser Traum in Erfüllung geht, kommt allerdings häufig darauf an, in welchem Breitengrad die jeweiligen Spieler zur Welt gekommen sind. Dass etwa Deutschland oder Spanien mit von der Partie sind, ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit (hier noch einmal einen schönen Gruß an Italien). 

Andere Länder aber sind auf den ersten Blick so weit von der Weltspitze entfernt, dass man von ihnen genauso gut verlangen könnte, auf dem Mond zu spielen. Doch der Fußball schreibt ja bekanntlich die besten Geschichten, wie Autor Lucas Vogelsang sagen würde. Bei dieser WM sind Länder dabei, für deren Teilnahme das Wort „Wunder“ nicht übertrieben wirkt. Besonderes Augenmerk gilt natürlich dem deutschen Gruppengegner Curacao. Einem Land, gerade einmal so groß wie Nürnberg. Doch beim Blick auf den Turnierbaum reibt man sich auch bei anderen Nationalmannschaften wie den Kap Verden oder Usbekistan verwundert die Augen. 

Fußball-Zwerge, die das erste Mal zu einer WM fahren dürfen – eben ein Traum, der wahr wird. Diese Länder debütieren in diesem Jahr:

5-Minuten-Talk: Merz macht ernst beim Ukraine-Frieden

Bei der erneuten Eskalation in Nahost geht manchmal ein bisschen unter, dass ja auch noch ein zweiter Konflikt uns unmittelbar betrifft: Der Krieg in der Ukraine. Am Wochenende trafen sich mehrere europäische Staats- und Regierungschefs mit Präsident Wolodymyr Selenskyj in London. Mit dabei war auch Bundeskanzler Friedrich Merz. Und der drückt offenbar mittlerweile in Sachen Friedensverhandlungen deutlicher aufs Gas. 

Wird Merz nun zum Friedenskanzler?

Weitere Schlagzeilen im Überblick

Das passiert am Freitag, dem 8. Juni 2026

  • In Bonn beginnt die UN-Klimakonferenz zur Vorbereitung der Weltklimakonferenz im November in der Türkei.
  • Apple startet seine Entwicklerkonferenz WWDC, bei der traditionell künftige Software für Geräte des iPhone-Konzerns vorgestellt wird.
  • Der Rundfunkrat des Saarländischen Rundfunks wählt einen neuen Intendanten.
  • Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bezieht ihr WM-Quartier in Winston-Salem.

Unsere stern+-Empfehlung des Tages

Wenn Menschen vom dauernden Sitzen Rückenschmerzen bekommen, haben Therapeuten oft den Hüftbeugermuskel im Blick. Mit diesen Übungen können Sie ihn am besten pflegen.

Wie hat Ihnen dieser morgenstern gefallen? Schreiben Sie es mir gerne: phil.goebel@stern.de. Sie können dieses Morgen-Briefing auch als Newsletter in Ihr Postfach erhalten. Melden Sie sich einfach unter folgendem Link an.

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag! 

Phil Göbel

PRODUKTE & TIPPS

Kaufkosmos