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Gespräch in der Air Force One: Was Trump den Journalisten auf dem Weg nach Paris so alles (brisantes) erzählt hat

Er hat gute Beziehung zu Emmanuel Macron und zu Xi Jinping. Er ist ein "fantastischer Fracker" und wird der größte Energieproduzent sein, den das Weiße Haus je gesehen hat. Donald Trump hat auf dem Flug nach Paris Erstaunliches zu Protokoll gegeben.

Es war eigentlich nicht als Interview geplant und genaugenommen ist es auch keins geworden. Aber so etwas in der Art. Auf seinem Flug zum Französischen Nationalfeiertag in Paris hat mit Journalisten an Bord gesprochen. Normalerweise dienen solche Unterhaltungen als Hintergrundgespräche, die nicht zur Veröffentlichung gedacht sind. Doch das Weiße Haus hat die Mitschriften freigegeben - und das Dokument gibt tiefe Einblicke in die Gedankenwelt des US-Präsidenten.

Die "New York Times" hat die Abschrift veröffentlicht. Wir haben Auszüge davon übersetzt:

Zu den Vorwürfen, er beziehungsweise sein Wahlkampfteam habe mit zusammengearbeitet:

"Druck, welchen Druck? Ich habe nichts gemacht. Hey, es ist doch jetzt klar, dass es keine geheime Absprachen gab, dass wir nichts verheimlichen. Ehrlich, die ganze Sache das ist doch eine Hexenjagd durch die Medien. Ist eine Hexenjagd durch die Medien. Und das ist schlecht für das Land. Wissen sie, wenn man über Russland redet, dass die Russen machen, was sie machen wollen, dann lachen sie sich doch tot, seht doch, was passiert…

Sie merken doch auch, dass es eine Hexenjagd ist, die Menschen. Und es gibt viele Menschen. Und diese Menschen wählen. Die bleiben nicht zu Hause, weil es nieselt. Das haben wir bewiesen. Und jeder einzelne (Partei-)Vorsitzende sagt, dass meine Basis sogar noch stärker ist als im November. Das ist ein großes Kompliment. Das ist ein großes Kompliment. Das fühle ich."

Über seinen künftigen Umgang mit Russland:

"Ach, und übrigens: Ich möchte großartige Deals mit Russland machen. Denken sie daran, was ich erreicht habe, wir geben 57 Milliarden Dollar mehr für das aus. Hillary (Clinton, d.Red.) wollte die Kosten reduzieren. Ich bin ein fantastischer Fracker (Im Sinne von Anhänger des Frackings, d.Red.), Kohle, Gas, alternative Energien, Wind. Aber ich werde mehr Energie produzieren als jeder, der jemals im Amt war. Jemals. Wir werden saubere Kohle haben, anders als Hillary. Hillary wollte Fracking stoppen. Sie wollte Kohle völlig stoppen…

Also, was hat das mit Russland zu tun? Russland verdient Geld, in dem es Öl verkauft. Aber wir haben unter unseren Füßen mehr Öl als irgendjemand sonst, was vor fünf Jahren noch niemand wusste. Und ich möchte das nutzen und ich will nicht, dass es uns durch den Pariser Klimavertrag weggenommen wird. Ich will den Leuten nicht sagen müssen, wir haben  da den Reichtum zu unseren Füßen, den nicht hat, den andere Länder nicht haben, den wir aber nicht nutzen können. Dann hätten wir keinen Vorteil mehr. Wir haben einen fantastischen Vorteil. …. Wenn also Hillary im Amt wäre, hätten wir weit weniger Treibstoff, dann würden die Preise steigen, und das wäre gut für Russland.

Aber zurzeit hat der Ölpreis ein neues Rekordtief erreicht. (Anmerkung: Das stimmt so nicht. Anfang vergangenen Jahres lag der Preis deutlich niedriger). Gas auch, weil wir so viel produzieren. Das heißt, Russland, und sie kennen Russland, hat gerade keine gute Zeit, weil der Preis so weit unten ist."


Über seine geplante Gesundheitsreform

"Nun, wir haben da einiges vor. Wir haben da dieses Ding namens Gesundheitssystem. Ich bin sicher, sie haben darüber noch nicht allzu viel gelesen. Es ist eines - ich würde sagen, das einzige, was vermutlich noch komplizierter ist als Frieden zwischen Israel und den Palästinensern, ist das Gesundheitssystem. Es ist wie eine schmale Straße die einen halben Zentimeter breit ist. Du kriegst ein paar Sachen hier und sagst, großartig und dann stellst Du fest, dass Du mehr auf der anderen Seite verloren hast. Das Gesundheitssystem ist schwer.

Aber ich glaube, wir kriegen etwas zustande, das wirklich gut sein wird und die Leute mögen werden. Das werden wir rauskriegen in den - sie wissen, wir haben (die Frist, d.Red.) gerade um zwei Wochen verlängert."

Frage: Wann waren Sie zuletzt in Paris, wann das letzte Mal in Frankreich?

"Ich wurde vom Präsidenten (Emmanuel Macron, d.Red.) gefragt, mit dem ich entgegen den 'Fake-News', sehr gut klar komme. Wissen Sie, ich habe gute Beziehungen mit all den G20-Teilnehmern. Und dann hat er mich angerufen und sagte, ob ich kommen wolle, es sei Nationalfeiertag - und 100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg. Und ich sagte, das ist eine große Sache, 100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg. Das machen wir jetzt also. Ich glaube, es wird sehr gut werden und wir werden Gutes erreichen. Er macht gute Arbeit, er macht gute Arbeit als Präsident."

Über Frankeich und die Europäische Union

"Was wir jetzt machen ist mit dem französischen Präsidenten zu feiern, wir haben eine gute Beziehung zueinander, werden wohl das Thema Handel eröffnen. Aber es muss ein fairer Handel sein. Ich finde, jeder Handelsvertrag, den wir abgeschlossen haben, ist schlecht. Aber Handel muss fair sein.

Nehmen sie zum Beispiel die Europäische Union, ich bin für die Europäische Union, aber es gibt Dinge, die können wir kaum in der EU verkaufen. Sie ist sehr protektionistisch Und wir sind es nicht. Aber es muss reziprok sein (wechselwirkend, d. Red.)

Das Wort reziprok ist für mich ein schönes Wort. Die Leute können sagen, wir mögen keine Einfuhrzölle oder wir wollen dies nicht und das nicht. Aber was sie nicht sagen können ist, wenn sie ein Motorrad verkaufen wollen und deshalb in unser Land kommen und sie zahlen keine Steuern, und in einem anderen Land müssen sie 100 Prozent Steuern zahlen, dann betrachten das die Menschen nicht als fair. Also sagen wir, wir machen es reziprok."

Über China

"Die eine große Sache, die wir von China wollen, ist das sie uns mit Nordkorea helfen. Wenn sie uns mit Nordkorea helfen, dann wäre das großartig. Sie können Druck ausüben, großen Druck. Und wissen sie, vergessen Sie nicht, dass China Krieg gegen Korea geführt hat, über viele Jahre. Wissen Sie, Kriege mit Korea. Es ist nicht so, Herrgott, dass sie einfach tun, was wir sagen. China hatte diverse Kriege gegen Korea geführt."

(Anmerkung d. Red.: Es ist nicht klar, welche Kriege Trump meint. Teile des heutigen Koreas waren lange Zeit de facto unter chinesischer Kontrolle, China hat auch öfters in Korea interveniert, meist um Invasoren zurückzudrängen. Der einzig "echte" Krieg Chinas gegen Teile des Landes war der Feldzug an der Seite Nordkoreas gegen den Süden und die Amerikaner während des Korea-Kriegs.)

Über Chinas Präsident Xi Jinping

"Ich habe eine sehr gute Beziehung zu ihm. Ich finde, er ist ein fantastischer Kerl. Aber vergessen sie nicht: Er steht für China. Ich stehe für die Vereinigten Staaten. Und das werde ich immer…."


nik

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