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Nach Aussage im TV-Duell "Ich verurteile die Proud Boys": Trump distanziert sich nun doch klar von Rechtsextremisten

US-Präsident Donald Trump hat nach der Empörung über seine Aussagen in der Fernsehdebatte mit seinem Gegenkandidaten Joe Biden beteuert, dass er jegliche Form von Rechtsextremismus ablehnt. Das Forum, welches er dafür wählte, erstaunt.

US-Präsident Donald Trump hat sich angesichts des Wirbels um seine Aussagen im TV-Duell mit Herausforderer Joe Biden  gegen rechtsextreme Gruppierungen ausgesprochen. "Ich habe es viele Male gesagt, und lassen Sie mich es noch einmal klarstellen: Ich verurteile den Ku-Klux-Klan, ich verurteile alle White Supremacists", sagte Trump am Donnerstag (Ortszeit) dem erzkonservativen Moderator Sean Hannity im Sender Fox News.

Proud Boys feierten Trump nach TV-Duell

Der englische Begriff "White Supremacy" beschreibt die Ideologie der Vorherrschaft von Weißen. Journalisten konnten Trump in den vergangenen Tagen nicht dazu bringen, diese Bewegungen in einem kompletten, eindeutigen Satz zu verurteilen, in dem er sie auch explizit als solche bezeichnet. Trump beklagte am Donnerstag, er könne es hundert Mal sagen und es wäre für die Medien immer noch nicht genug. 

Bei der ersten TV-Debatte mit Biden am Dienstag hatte Moderator Chris Wallace Trump gefragt, ob er bereit wäre, Gruppen und Milizen zu verurteilen, zu deren Ansichten White Supremacy gehört. Trump fragte daraufhin: "Wen soll ich verurteilen?" Biden warf den Namen der rechten Gruppe "Proud Boys" in den Raum. Trump sagte daraufhin an die Adresse der Proud Boys, sie sollten sich zurückhalten und bereithalten ("stand back and stand by"). Was er mit "bereithalten" meinte, blieb unaufgeklärt.

Trumps Aussage löste empörte Reaktionen unter anderem von Bürgerrechtsaktivisten aber auch von mehreren führenden Republikanern aus. Die Proud Boys reagierten hingegen begeistert auf seine Aufforderung. In den Onlinenetzwerken veröffentlichen sie ein Logo mit den Worten "Haltet euch zurück und haltet euch bereit" ("Stand Back, Stand By").

Am Tag nach der Debatte behauptete Trump, er wisse gar nicht, wer die Proud Boys seien. Am Donnerstag sagte er nun: "Ich verurteile die Proud Boys. Ich weiß nicht viel über die Proud Boys, fast nichts, aber ich verurteile das."

Erstaunlich ist dabei das Forum, welches der Präsident für seine Distanzierung von den Rechtsextremen wählte: Wie die Medienwächter von "Media Matters" feststellten, hat der bekennende Trump-Unterstützer Hannity den Gründer der Proud Boys, Gavin McInnes, bereits zahlreiche Male in seiner Show empfangen.

mad DPA AFP

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