HOME

Teure Leidenschaft: Golfen auf Staatskosten: Donald Trump ist "einer der höchstbezahlten Sportler der USA"

Donald Trump spielt sehr gerne Golf. Und sehr oft. Während der Präsident an seiner Leidenschaft sogar verdient, kostet sie den amerikanischen Steuerzahler Millionen.

Donald Trump, hier im Juli 2018 in seinem eigenen Golfclub in Turnberry, Schottland, golft deutlich mehr als Barack Obama

Donald Trump verbringt deutlich mehr Zeit auf dem Golfplatz als sein Vorgänger Barack Obama. Hier besucht er im Juli 2018 seinen eigenen Golfclub in Turnberry, Schottland.

Picture Alliance

Als Donald Trump noch nicht im Weißen Haus wohnte, warf er seinem Vorgänger dort regelmäßig vor, dieser würde zu viel Golf spielen und mit ständigen Urlauben die Staatskasse schröpfen. "Obama spielt mehr Golf als die meisten Profis der PGA-Tour", behauptete Trump im Wahlkampf 2016. "Können Sie glauben, dass Präsident Obama bei all den Problemen und Schwierigkeiten, mit denen die USA konfrontiert sind, den Tag mit Golfspielen verbrachte?", twitterte er im Oktober 2014. "Der Gewohnheitsurlauber Barack Obama ist jetzt auf Hawaii. Der Aufenthalt kostet den Steuerzahler vier Millionen Dollar, während die Arbeitslosigkeit bei 20 Prozent liegt" monierte der Republikaner im Dezember 2011.

Donald Trumps Golfliebe kostet Millionen

Mittlerweile ist Trump seit mehr als drei Jahren selbst Präsident - aber seine Worte von damals scheinen ihn nicht mehr zu interessieren. Von den 1127 Tagen seiner bisherigen Amtszeit verbrachte er laut "Trump Golf Count" 247 Tage in Golf-Clubs (Stand 20. Februar). Die Internetseite verfolgt sämtliche Golfausflüge des Republikaners. An mindestens 115 dieser Tage gibt es demnach Belege dafür oder Hinweise darauf, dass er auch Golf gespielt hat. Nach Zählung des US-Senders CNN hielt Trump sich bis zum 31. Dezember 2019 sogar an 252 Tagen in einem seiner Golfclubs auf.

Trumps Golfliebe kostet den Staat Millionen - während er selbst prächtig daran verdient. Dem US-Rechnungshof zufolge zahlten die amerikanischen Steuerzahler allein von Anfang März bis Anfang April 2017 für vier Golfausflüge des Präsidenten zu seinen eigenen Anwesen 13 Millionen Dollar, einschließlich 60.000 Dollar für Zimmer und Räume im Palm Beach Resort,wie das US-Online-Magazin "The Root" berichtet. Darin enthalten seien Tausende von Dollar für die Unterbringung und Verpflegung von Geheimdienstmitarbeitern, die direkt an Trumps Golfclub bezahlt worden seien.

Mithilfe der Daten des Rechnungshofes, der die Kosten der Reisen des Präsidenten detailliert aufführt, hat das Magazin errechnet, dass jede seiner Golfrunden etwa 600.000 Dollar kostet. Die "Washington Post" schätzt dem Bericht zufolge, dass die Amerikaner für jeden Besuch ihres Präsidenten im "Weißen Haus des Südens", wie Trump seinen Golfclub Mar-a-Lago in Florida nennt, 3,4 Millionen Dollar zahlen.

Trump läge auf Platz 17 der bestbezahlten Sportler

Wie "The Root" weiter berichtet, haben Bundesbehörden seit 2016 etwa 130 Millionen Dollar für Trumps Golfreisen ausgegeben. Darin nicht enthalten seien weitere 13,8 Millionen Dollar an lokalen Sicherheitskosten, die Washington der Stadt Palm Beach bis zum Frühjahr 2019 erstattet habe. Das Magazin hat diese Zahlen bis zum heutigen Tag hochrechnet und festgestellt, dass Trumps sportliche Anstrengungen insgesamt 152 Millionen Dollar oder rund 50,6 Millionen Dollar pro Jahr kosten.

Donald Trump

In den drei Jahren, seit Trump Präsident geworden ist, habe kein milliardenschwerer Teambesitzer, keine Sportorganisation, kein Unternehmen einem Menschen mehr Geld bezahlt, um Golf zu spielen, schreibt das Magazin. Auf der Forbes-Liste der bestbezahlten Sportler läge Trump damit auf Platz zehn der US-Athleten und auf Rang 17 weltweit. Trumps "Gehalt" sei das gleiche wie das des Baseball-Superstars Mike Trout, dessen Zwölfjahresvertrag über 426,5 Millionen Dollar der bestdotierte Vertrag in der Geschichte des Mannschaftssports sei.

Was Barack Obama betrifft: In den 2922 Tagen seiner Amtszeit stand er nach Angaben des US-Senders CBS 333 Mal auf dem Golfplatz. Seine Reisekosten einschließlich der Familienurlaube beliefen sich laut "The Root" in den acht Jahren auf insgesamt 114 Millionen Dollar, das sind 14,25 Millionen Dollar pro Jahr. Und der größte Teil dieses Geldes für Familienreisen wurde demnach nicht für Golfausflüge ausgegeben - und vor allem nicht an Unternehmen gezahlt, die Obama gehören.

Quellen: "Trump Golf Count""The Root"US-RechnungshofCNNCBS