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Das Wochenende des US-Präsidenten: Trump sagt wegen Hurrikan "Dorian" Polen-Reise ab - und geht golfen

Weil er sein Land auf Hurrikan "Dorian" vorbereiten wollte, hatte Donald Trump seinen für Sonntag und Montag geplanten Polen-Besuch abgesagt. Doch besonders intensiv beschäftigte er sich mit dem Sturm nicht.

Donald Trump spricht nach seiner Rückkehr vom Landsitz Camp David vor dem Weißen Haus mit Journalisten

Donald Trump spricht nach seiner Rückkehr vom Präsidenten-Landsitz Camp David vor dem Weißen Haus mit Journalisten

DPA

Der Termin stand schon wochenlang fest: US-Präsident Donald Trump wollte am Sonntag und Montag eigentlich Polen besuchen, sich mit Staatspräsident Andrzej Duda treffen und an Zeremonien zum Gedenken an den Beginn des Zweiten Weltkriegs teilnehmen. Doch Trump sagte die Reise kurzfristig ab und schickte seinen Vize Mike Pence nach Warschau. Als Begründung nannte der US-Präsident den auf die Ostküste der Vereinigten Staaten vorrückenden Hurrikan "Dorian".

Er wolle durch sein Verbleiben im Land sicherstellen, dass alle Ressourcen seiner Regierung "auf den ankommenden Sturm ausgerichtet" seien, erklärte Trump am Donnerstag. Er habe deshalb beschlossen, sich bei den Gedenkveranstaltungen in Polen durch Pence vertreten zu lassen. Dieser twitterte am Freitag: "Der Präsident wird in Erwartung des Hurrikans Dorian in den USA bleiben und den Bedürftigen helfen." Doch was Trump am Wochenende wirklich getan?

Donald Trump spielt Golf in seinem eigenen Club

Statt im Weißen Haus das Kommando zu führen, flog Trump am Freitagabend nach Camp David, dem Landsitz der amerikanischen Präsidenten im Bundesstaat Maryland, wie mehrere US-Medien berichten. Dort werde er "hart arbeiten", verkündete er vorab. Und auch offizielle Mitteilungen des Weißen Hausen erweckten den Eindruck, Trump reise nach Camp David, um von dort aus die Lage in Hinblick auf "Dorian" zu überwachen und alles Notwendige für das Eintreffen des Hurrikans vorzubereiten.

Warnung vor Sturmfluten: Hurrikan "Dorian" fegt über die Bahamas hinweg

Am Samstagmorgen machte sich der Republikaner allerdings per Helikopter auf den Weg nach Potomac Falls, im Nachbarstaat Virginia - zu seinem eigenen Golfplatz. Trump habe dort mehrere Stunden zugebracht, berichtete unter anderem die Nachrichtenagentur Associated Press. Die US-Nachrichtenseite "The Hill" veröffentlichte auf Twitter ein Video, das den Präsidenten bekleidet mit einer schwarzen Mütze, einem weißen Hemd und einer braunen Hose beim Golfspielen zeigen soll.

Trump sei in Potomac Falls regelmäßig von einem Mitarbeiter der Katastrophenschutzbehörde Fema über Hurrikan "Dorian" auf dem Laufenden gehalten worden, verteidigte die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Stephanie Grisham, den Kurztrip ihres Chefs. "Er hat jemanden, der mit ihm reist, um ihn stündlich speziell zu informieren." Laut Trump Golf Count, einer Website, die festhält, wie oft der US-Präsident seit seiner Amtseinführung im Januar 2017 Golfclubs besucht hat, war die Reise nach Potomac Falls die Nummer 213.

"Dorian"-Besprechung mit der Fema

Am Sonntagvormittag flog Trump dann von Camp David aus zurück nach Washington zu einer einstündigen Einsatzbesprechung mit der Fema, bei der auch mehrere seiner Minister und der Senator des besonders betroffenen Bundesstaates Florida, Rick Scott, anwesend waren. Der Hurrikan sei "einer der größten, den wir je gesehen haben", erklärte Trump anschließend und zeigte sich überrascht, dass ein Sturm überhaupt so stark sein könne. Er sicherte Florida zu, dass die Regierung in Washington während und nach dem Sturm Hilfe bereitstellen werde.

Am heutigen Montag, der in den USA ein Feiertag ist (Labour Day), hat Trump offenbar keine weitere "harte Arbeit" im Sinn, um sein Land auf "Dorian" vorzubereiten. Der einzige Eintrag in seinem öffentlichen Terminkalender, der allerdings nicht notwendigerweise alle seine Aktivitäten beeinhaltet, lautet: "Der Präsident hat keine öffentlichen Veranstaltungen geplant."

"Dorian" hat derweil etwas an Kraft verloren und ist zu einem Hurrikan der Kategorie vier von fünf herabgestuft worden. Der Sturm bringe aber weiter extrem zerstörerische Winde mit Geschwindigkeiten von bis zu 250 Kilometer pro Stunde, erklärte das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami. Es drohten daher weiter "katastrophale Schäden". Das Zentrum des Hurrikans befindet sich weiter über den nördlichen Bahamas und bewegt sich kaum merklich nach Westen in Richtung Florida.

Quellen: Associated Press, "The Hill"Trump Golf Count, Factbase, "Business Insider"

mad