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Rede vor Geldgebern Vorbild China - Donald Trump kokettiert mit seiner ewigen Präsidentschaft

Donald Trump und Xi Jinping
Die beiden mächtigsten Männer der Welt: Chinas Präsident Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump (r.)
© Alex Brandon/AP / DPA
Es gibt Menschen, die zählen die noch verbleibenden Tage der Trump-Präsidentschaft. Und dann gibt es Donald Trump selbst, der öffentlich von einer Präsidentschaft auf Lebenszeit schwärmt - so wie es künftig in China möglich ist.

Die vom US-Autor David Cay Johnston akribisch recherchierte Jahresbilanz der Präsidentschaft von Donald Trump trägt den Untertitel: "Ein Präsident, der gerne Diktator wäre". Diese Einschätzung klingt angesichts des selbstherrlichen Führungsstils des früheren Immobilienmilliardärs nicht einmal übertrieben. Auch Trumps Äußerungen stützen immer wieder das Bild eines Staatsoberhaupts, das sich selbst für unentbehrlich hält. Nun auch wieder, bei einer Rede vor Geldgebern für die republikanische Partei in Florida.

Unbegrenzte Amtszeit - wie herrlich

Dort sagte er wie großartig es sei, dass sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping unbeschränkt an der Macht wird bleiben können - anders als Staatslenker in demokratischen Ländern. Das berichtet der US-Sender CNN, dem offenbar Tonbandaufnahmen der Ansprache vorliegen.

"Er (Xi, d.Red.) ist jetzt Präsident auf Lebenszeit. Präsident auf Lebenszeit. Und er ist großartig", sagte er dem Sender zufolge. "Und seht mal, er hat es geschafft, das zu tun. Ich glaube, das ist großartig. Vielleicht sollten wir das eines Tages auch mal versuchen", so Trump weiter. Offenbar spielt der US-Präsident mit dem Gedanken die Amtszeitbeschränkung in USA aufzuheben. Die Ansprache hinter verschlossenen Türen sei laut CNN mit viel Beifall und Gelächter quittiert worden.

Xi macht sich zum ewigen Präsidenten

Chinas Kommunistische Partei hatte im vergangenen Monat vorgeschlagen, seit 1982 geltende Regeln abzuschaffen, nach der die Amtszeit des Präsidenten auf zwei Amtsperioden begrenzt ist. Es gilt als sicher, dass das Parlament dem Vorstoß auf seiner am Montag beginnenden Jahrestagung zustimmen wird.

Der weltweit dienstälteste Staatspräsident regiert übrigens in Äquatorialguinea: Teodoro Obiang Nguema, 75, ist seit 1979 ununterbrochen im Amt - gefolgt von Paul Biya, 85, seit 1982 Staatspräsident von Kamerun. Denis Sassou-Nguesso, 74 war erstmals von 1979 bis 1992 Präsident von Kongo-Brazzaville, nach fünfjähriger Unterbrechung ist er seit 1997 wieder an der Macht. Yoweri Museveni, 73, regiert Uganda seit 1986. Die am längsten amtierende Monarchin ist Königin Elizabeth II., 91 - seit 1952 Staatsoberhaupt von Großbritannien.

nik/DPA

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