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Ein Tag, zwei Abgänge: Trumps Personalkarussell dreht sich rasant weiter – nun schmeißt sein oberster Beschützer hin

Nach US-Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen räumt auch der ihr unterstellte Direktor des Secret Service, Randolph Alles, seinen Posten. Gründe wurden – wie schon im Fall von Nielsen – nicht genannt.

Das Personalkarussel in der Regierung von US-Präsident Donald Trump dreht sich rasant weiter: Binnen 24 Stunden traten sowohl US-Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen als auch der Chef der US-Sicherheitsbehörde Secret Service, Randolph "Tex" Alles, zurück. Trump teilte am Sonntag mit, dass Nielsen bis auf Weiteres durch den bisherigen Chef der US-Zoll- und Grenzschutzbehörde CBP, Kevin McAleenan, ersetzt wird. Am Montag folgte dann die Verkündung des Alles-Rücktritt.

Heimatschutzministerin offenbar in Ungnade gefallen

Trump dankte der nach nur anderthalbjähriger Amtszeit ausscheidenden Ministerin am Sonntagabend (Ortszeit) in einer knappen Mitteilung über den Internetdienst Twitter für ihre Arbeit. Nielsen selbst erklärte, trotz des erzielten "Fortschritts" bei der inneren Sicherheit sei für sie der Zeitpunkt gekommen, "Platz zu machen".    

Nielsen wurde offensichtlich von Trump aus dem Amt gedrängt. Der Präsident soll Berichten zufolge bei Nielsen seit längerem auf einen noch rigoroseren Kurs gegen die Zuwanderung gedrungen haben. Laut "New York Times" verlangte er etwa, alle nach Asyl strebenden Migranten an der Südgrenze nach Mexiko zurückzuschicken. Nielsen hatte wiederholt darauf hingewiesen, dass ihre Handlungsmöglichkeiten durch die Rechtsprechung begrenzt seien. Mehrere US-Medien berichteten übereinstimmend, Nielsen sei dazu gedrängt worden, den Posten niederzulegen. Der Sender CNN zitierte einen ungenannten Regierungsmitarbeiter mit den Worten, beim Heimatschutzministerium würden unliebsame Mitarbeiter "nahezu systematisch" aussortiert.

Hängt der Abgang des Secret-Service-Chefs (doch) mit einer Festnahme in Mar-a-Lago zusammen?    

Alles wurde am Montag von Regierungssprecherin Sarah Sanders für den "großartigen Job" gelobt, den er in den vergangenen zwei Jahren an der Spitze der Behörde geleistet habe. Neuer Direktor des Secret Service soll nach ihren Angaben James Murray werden, der bereits beim Secret Service tätig ist.     

Der Secret Service ist unter anderem für den Schutz des US-Präsidenten und seiner Familie, von US-Präsidentschaftskandidaten sowie von ausländischen Staatsoberhäuptern während ihrer Besuche in den USA verantwortlich. Zudem bekämpft die Behörde eine Reihe von Finanzverbrechen, wie etwa Geldfälscherei.    

Ein Grund für den plötzlichen Abgang des ehemaligen Generals wurde nicht genannt. Möglicherweise hängt sein Rücktritt mit dem Wechsel an der Spitze des Heimatschutzministeriums zusammen, dem der Secret Service untergeordnet ist. Medien brachten Alles' Abschied aber auch mit der Festnahme einer chinesischen Staatsbürgerin in Zusammenhang, die sich unter falschen Angaben Zugang zu Trumps Luxusanwesen Mar-a-Lago im Bundesstaat Florida verschafft hatte. Noch am Mittwoch hatte Trump allerdings die Arbeit des Secret Service als "fantastisch" bezeichnet und betont, er könnte nicht zufriedener mit der Behörde sein. Hintergrund war das unbefugte Eindringen der Chinesin in Trumps Wochenenddomizil.

Donald Trumps konfuse Grenzpolitik

Trump ist frustriert darüber, dass die Zahl der aus Zentralamerika ins Land strebenden Migranten in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen hat. Die Eindämmung der illegalen Zuwanderung ist eines der Leitthemen seiner Präsidentschaft.

Nach Angaben des Heimatschutzministeriums wurden allein im März an der Grenze zu Mexiko rund 100.000 Migranten aufgegriffen, im Januar waren es noch 58.000. An der Südgrenze gebe es mehr Festnahmen "als in vielen Jahren", twitterte Trump am Sonntag. "Das Land ist voll!" erklärte er. Der Präsident hat zuletzt wiederholt mit der kompletten Schließung der Grenze zu Mexiko gedroht.     Trump äußerte die Erwartung, dass der kommissarische neue Heimatschutzminister McAleenan einen "großartigen Job" leisten werde. Von dem bisherigen Leiter der Grenzschutzbehörde CBP ist allerdings bislang nicht bekannt, dass er noch rigorosere Positionen vertreten könnte als Nielsen. Den Chefposten bei der CBP hatte der 47-Jährige im März vergangenen Jahres übernommen.    

In Trumps weniger als zweieinhalbjähriger Amtszeit hat es bereits dutzende von Rücktritten und Entlassungen auf hohen Regierungsposten gegeben. 

Sehen Sie Donald Trumps Personalkarussell im Video: Der nächste, bitte!

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Daniel Jahn / fs / AFP / DPA