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Drohungen gegen Südkorea und USA: Nordkorea fühlt sich durch Militärmanöver provoziert

Nordkorea sieht sich durch gemeinsame Militärmanöver der USA und Südkoreas provoziert. Das kommunistische Regime in Pjöngjang droht mit einem "Heiligem Krieg". Der US-Sonderbeauftragte sieht nach dem Machtwechsel in Nordkorea aber auch positive Signale.

Nordkorea schlägt erneut scharfe Töne an: Vor Beginn zweier Großmanöver der US-Streitkräfte mit Südkorea hat die Regierung in Pjöngjang mit "einem Heiligen Krieg" gedroht. Der Sprecher der einflussreichen Nationalen Verteidigungskommission warf den USA und Südkorea am Samstag weiter vor, mit der Ankündigung des jährlich stattfindenden Manövers "eine stille Kriegserklärung" abgegeben zu haben.

Der US-Sonderbeauftragte für Nordkorea, Glyn Davies, verstärkte den Druck auf das neue Regime in Pjöngjang. Er bekräftigte in Seoul, dass wesentliche Fortschritte in den Beziehungen zu Washington von einer Annäherung Nordkoreas zu Südkorea abhingen. "Wir werden dieses Problem weiter ansprechen", sagte Davies nach Gesprächen mit Nordkoreas Vizeaußenminister Kim Kye Gwan in den beiden Tagen zuvor in Peking. Dabei war es vor allem um die Bedingungen für eine Wiederaufnahme der Mehrparteiengespräche über das nordkoreanische Atomprogramm gegangen.

Die bevorstehenden Manöver der USA und Südkoreas seien eine unentschuldbare Verletzung der Souveränität Nordkoreas, zitierten die staatlichen Medien einen Sprecher der Verteidigungskommission. Sie würden auch "unsere Trauerperiode schänden". Der langjährige nordkoreanische Alleinherrscher Kim Jong Il war im Dezember gestorben. Kurz nach der staatlichen Trauerzeit Ende Dezember hatte das Regime Kims jüngsten Sohn Kim Jong Un zum neuen Machthaber ausgerufen.

Nordkorea sieht Übungen als Vorbereitung für Angriff

Die Manöver der USA und Südkoreas sollen in den kommenden Tagen beginnen. Außer der jährlichen Feldübung "Foal Eagle" für Luftwaffe, Marine und Bodentruppen gibt es üblich auch ein gemeinsames Manöver zur Kommandoschulung. Nordkorea wirft beiden Ländern regelmäßig vor, durch die Übungen einen Angriff vorzubereiten. Das wird von den USA und Südkorea bestritten.

Seine Gespräche in Peking seien ein "guter Anfang mit der neuen Regierung (Nordkoreas)" gewesen, sagte Davies. "Wir werden sehen, wohin es von hier weitergeht." Bei seiner Ankunft in Seoul machte er aber deutlich, dass man nicht mit einer baldigen Fortsetzung der Sechs-Parteien-Atomgespräche mit Nordkorea rechnen dürfe. Davon sei man noch "weit entfernt".

Die USA fordern vor neuen Sechser-Gesprächen unter anderem eine Einstellung des nordkoreanischen Urananreicherungsprogramms. In hoch angereicherter Form kann Uran für den Atombombenbau verwendet werden. An der Sechserrunde nehmen auch China, Südkorea, Japan und Russland teil.

kave/DPA / DPA