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Eklat in Rostock Uni-Rektor verweigert Snowden Ehrendoktortitel


Vor kurzem ließ die Uni Rostock verlauten, sie wolle Edward Snowden den Ehrendoktor verleihen. Nun machte der Rektor einen Strich durch die Rechnung - aus Mangel an "wissenschaftlicher Leistung".

Nach Ansicht des Rektors der Universität Rostock, Wolfgang Schareck, kann der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden nicht Ehrendoktor der Hochschule werden. Er habe die Philosophische Fakultät aufgefordert, ihren Beschluss zur Verleihung dieser Würdigung aufzuheben, teilte Schareck am Donnerstag in einer Pressemitteilung mit.

Nach dem Landeshochschulgesetz bedürfe es "besonderer wissenschaftlicher Leistungen", um den Titel verliehen zu bekommen. Die Veröffentlichung von geheimen Daten des US-Geheimdienstes NSA sei jedoch keine wissenschaftliche Leistung. Das mindere andererseits nicht den Wert und die Relevanz dieser Enthüllungen für den wissenschaftlichen Diskurs, so Schareck.

Falls die Fakultät ihren vor acht Tagen mit großer Mehrheit gefassten Beschluss nicht aufhebt, muss Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) über die Verleihung der Ehrendoktorwürde entscheiden. Nach Ansicht des Fakultätsrats hat Snowden mit seinen Enthüllungen eine wissenschaftliche und zivilgesellschaftliche Debatte in Gang gesetzt und damit eine "hervorragende wissenschaftliche Leistung" im Sinne der Promotionsordnung vollbracht. Mit seinem Handeln habe er zentrale Werte der Aufklärung unter der Perspektive einer umfassenden Digitalisierung unserer Gesellschaften problematisiert und stehe damit in der "großen Tradition amerikanischer Bürgerrechtler".

amt/AFP AFP

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