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Harvard und MIT Weil ausländischen Studierenden die Ausweisung droht: Elite-Unis klagen gegen Trump

US-Präsident Donald Trump (l.) will, dass Studierende trotz Corona Präsenz-Unterricht bekommen - Harvard-Präsident Lawrence Bacow (r.) klagt dagegen
US-Präsident Donald Trump (l.) will, dass Studierende trotz Corona Präsenz-Unterricht bekommen - Harvard-Präsident Lawrence Bacow (r.) klagt dagegen
© Jim Watson/Bill Sikes / AFP / Picture Alliance
Die Harvard-Universität und das MIT gehören zu den renommiertesten Hochschulen der Welt. Weil US-Präsident Donald Trump ausländischen Studierenden faktisch mit Ausweisung droht, gehen die Elite-Unis nun juristisch gegen ihn vor.

Die US-Eliteuniversitäten Harvard und MIT gehen juristisch gegen eine Regelung der Regierung von US-Präsident Donald Trump vor, die zur Ausweisung ausländischer Studenten führen könnte. Die beiden Hochschulen hätten beim Bundesgericht in Boston den Erlass einer einstweiligen Verfügung beantragt, teilte die Universität Harvard im Bostoner Vorort Cambridge am Mittwoch mit. Die US-Einwanderungsbehörde ICE hatte am Montag mitgeteilt, ausländische Studierende an US-Universitäten, die im Wintersemester wegen des Coronavirus ausschließlich Online-Kurse anbieten, müssten das Land verlassen oder an Hochschulen mit persönlichen Vorlesungen wechseln.

Harvards Präsident Lawrence Bacow kritisierte, die Regelung erwecke den Eindruck, als wolle die Trump-Regierung Druck auf Universitäten ausüben, die Lehrsäle ohne Rücksicht auf Gesundheitsbedenken wieder zu öffnen. In dem mit "Larry" unterzeichneten Schreiben fährt Bacow verbal schwere Geschütze auf. In Bezug auf die Regelung der Trump-Regierung schreibt er: "Die Anordnung wurde ohne Vorankündigung erlassen – ihre Grausamkeit wird nur noch durch ihre Rücksichtslosigkeit übertroffen."

Elite-Unis erklären ihre Klage gegen Trump

Auf ihrer Homepage erläutert die Uni, warum sie gemeinsam mit dem MIT klagt: Die Studierenden hätten so spät im Jahr kaum noch die Chance, sich an anderen Unis zu bewerben – und selbst wenn, seien die Erfolgsaussichten gering. Außerdem verlören die Studierenden, die ihren Vollzeit-Studentenstatus nicht aufrechterhalten können, im Sommer und Herbst 2021 auch ihre Arbeitserlaubnisse. 

Harvard habe, wie viele andere Bildungseinrichtungen auch, versucht, ein Gleichgewicht zu finden zwischen dem Umgang mit der Sorge um die öffentliche Gesundheit während dieser globalen Pandemie und der Bewahrung des akademischen Auftrags der Lehre und Wissenschaft. "Und wir haben eine sorgfältige Planung vorgenommen, um den einzigartigen Umständen unserer Gemeinschaft Rechnung zu tragen und den Studierenden einen sicheren Bildungsfortschritt zu ermöglichen."

"Der Effekt – und vielleicht sogar das Ziel – ist es, so viel Chaos für Universitäten und internationale Studierende wie möglich zu schaffen", lautet das Fazit der Klage-Erläuterung beider Elite-Unis. Harvard hatte am Montag mitgeteilt, wegen des Coronavirus im Wintersemester alle Vorlesungen online abzuhalten. Trump übte daran am Dienstag scharfe Kritik. "Ich denke, dass sie es sich leicht machen, und ich denke, sie sollten sich schämen", sagte Trump. Er dringt auf eine Rückkehr zur Normalität in den USA, obwohl die Coronavirus-Fallzahlen dort weiterhin dramatisch ansteigen.

tkr / mit DPA

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