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Präsident in der Karibik: Stinkefinger-Foto mit Macron sorgt für Wirbel in Frankreich

Er sprach mit Anwohnern, schüttelte Hände und ließ sich fotografieren: Ein Jahr nach Hurrikan Irma hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die Karibikinsel Saint-Martin besucht. Dabei entstand ein Bild, das für Aufsehen sorgt.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron spricht mit einem jungen Bewohner von Saint-Martin in der Karibik

Volksnah: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron spricht mit einem jungen Bewohner des französischen Überseegebietes Saint-Martin in der Karibik.

AFP

Ein Foto des französischen Präsidenten Emmanuel Macron mit zwei jungen Männern, von denen einer den Stinkefinger zeigt, sorgt in Frankreich für Diskussionen. Das Bild entstand am Wochenende bei einem Besuch Macrons im französischen Überseegebiet Saint-Martin in der Karibik: Der Staatschef sprach dort ein Jahr nach dem der verheerende Hurrikan "Irma" die Insel heimgesucht hatte, mit Anwohnern und posierte unter anderem auch für ein Foto mit zwei jungen Männern. Einer von ihnen streckte dabei einen Mittelfinger in Richtung der Kamera - offenbar ohne dass Macron es in diesem Moment bemerkte.

Emmanuel Macron reagiert umgehend

Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen bezeichnete die Szene als "unverzeihlich". "Wir sind sprachlos vor Empörung", schrieb sie am Sonntag auf Twitter. "Frankreich hat das sicherlich nicht verdient."

Macron reagierte und versuchte umgehend, die Polemik zu entschärfen. Er liebe "jedes Kind der Republik, egal, welche Dummheiten es begeht". Er wolle der Jugend helfen. Macron berichtete, dass einer der beiden jungen Männer auf dem Foto erst kürzlich aus dem Gefängnis entlassen worden sei, nachdem er eine Haftstrafe wegen eines Überfalls abgesessen hatte. Die beiden jungen Leute hätten später auf seinen Wunsch hin ein behindertes Mädchen herbeigetragen, das ihn treffen wollte. "Meine Rolle ist es, in jedem Jugendlichen der Republik das zu suchen, was er Gutes zu bieten hat", erklärte der Präsident.

Mit Blick auf Le Pens Äußerungen warnte Macron vor einem "Diskurs des Hasses". Damit werde man nichts gewinnen können.

Emmanuel Macron Dab
mad / AFP / DPA